Polizei ermittelt in Esslingen: Teufelsfigur bleibt stehen
- Die umstrittene Figur soll laut Stadt an Ort und Stelle vor dem Rathaus stehen bleiben.
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Esslingen. Die Bronze-Teufelsfigur vor dem Rathaus bleibt stehen, während die Polizei nach Drohungen im Streit um das Denkmal ermittelt. Die Stadt sieht keinen Anlass, die 2,50 Meter hohe Figur zu entfernen.
Ermittlungen wegen Bedrohungen
Die Polizei bearbeitet nach eigenen Angaben mehrere Fälle von Bedrohungen gegen Leib und Leben. Zudem wird wegen Beleidigung und Sachbeschädigung ermittelt. Nach Angaben der Stadt gab es einen konkreten Mordaufruf gegen Oberbürgermeister Matthias Klopfer von der SPD sowie weitere Drohungen und Aufrufe zu Sachbeschädigung.
Bislang gibt es keine Tatverdächtigen. Das Polizeirevier Esslingen und die für Staatsschutzdelikte zuständige Kriminalinspektion der regionalen Kriminalpolizeidirektion ermitteln weiter.
Alte Sage als Vorlage für die Figur
Die am 6. Oktober enthüllte Skulptur des Künstlers Tim Bengel greift eine Esslinger Sage auf. Darin will der Teufel auf dem Markt einen Apfel kaufen. Eine Marktfrau verkauft ihm jedoch eine rote Zwiebel. Als er hineinbeißt, soll er die Esslinger wütend als „Zwieblinger“ verflucht haben.
Der Beiname ist in der historisch stark protestantisch geprägten Stadt am Neckar bis heute bekannt. Auch an der Esslinger Frauenkirche erinnert seit Jahrhunderten eine steinerne Teufelsfigur an die Überlieferung. Die neue Bronzeplastik war ein Geschenk einer Sektkellerei zu deren Jubiläum und zum 1250-jährigen Bestehen der Stadt.
Mehr als 5.600 Menschen fordern in einer Online-Petition die Entfernung der Figur. Die Evangelische Landeskirche teilt diese Kritik nicht. Sie sieht keine Bedrohung christlicher Glaubensüberzeugungen und keinen Grund zur Angst. Die Stadt verweist neben der Kritik auch auf Zustimmung für das Denkmal und hält am Standort vor dem Rathaus fest. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |