Pflege-Dialog in Rheinland-Pfalz: Ministerin will Rechte stärken
- Sozial- und Familienministerin Bätzing-Lichtenthäler engagiert sich für Pflegefamilien. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Pflegefamilien und Pflegekinder in Rheinland-Pfalz sollen mehr Rückhalt bekommen: Familien- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler will ihre Rechte stärken und dazu zu Jahresbeginn einen neuen Dialog starten.
Was die Ministerin plant
Zu dem Dialog sollen Vertreter und Verbände für Pflegekinder und Pflegeeltern sowie weitere Akteure eingeladen werden. Ziel sei es, aus der Praxis mehr Rückmeldung zu bekommen. Dabei geht es vor allem um die Frage, wo Pflegekinder sich nicht richtig gesehen fühlen und wo Pflegeeltern mehr Unterstützung brauchen.
Die SPD-Politikerin will nach eigenen Angaben auch mit derzeitigen und ehemaligen Pflegekindern sowie mit Jugendämtern sprechen. Viele Entscheidungen betreffen den Alltag der Kinder unmittelbar, etwa Schule, Betreuung oder familiäre Abläufe.
Rund 5.000 Pflegekinder im Land
Nach Angaben des Ministeriums leben rund 5.000 Pflegekinder in Rheinland-Pfalz. Die Entwicklung zeigt, warum das Thema für Familien und Jugendämter wichtig bleibt.
- Die Zahl der Pflegekinder hat sich in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdoppelt.
- Sie liegt nach Ministeriumsangaben stabil auf hohem Niveau.
- Der Bedarf an Pflegefamilien ist laut Bätzing-Lichtenthäler ungebrochen hoch.
„Wir brauchen deshalb auch entsprechend viele Pflegefamilien“, sagte die Ministerin. Pflegeeltern müssten einen starken Rückhalt bekommen, damit sich mehr Menschen für diese Aufgabe entscheiden.
Forderung nach Elterngeld für Pflegeeltern
Bätzing-Lichtenthäler fordert außerdem, dass Pflegeeltern nicht nur Elternzeit, sondern auch Elterngeld bekommen. „Pflegeeltern sind nicht Eltern zweiter Klasse. Sie leisten erstklassige Arbeit und übernehmen Verantwortung“, betonte sie.
Viele Regelungen dazu liegen auf Bundesebene. Die Ministerin will nach eigenen Angaben verbessern, was vor Ort möglich ist, und zugleich im Bund auf Fortschritte drängen.
Mehr Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen
Einige Familien kümmern sich seit Jahren um Pflegekinder, darunter auch traumatisierte Jungen und Mädchen. Pflegeeltern übernehmen die Sorgearbeit im Alltag, haben nach Einschätzung der Ministerin aber vergleichsweise wenig Mitspracherechte bei wesentlichen Entscheidungen wie einem Schulwechsel.
„Wer Verantwortung übernimmt, muss auch Rechte haben“, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Ziel sei eine bessere Balance. Von mehr Rückhalt profitierten nach ihrer Einschätzung auch die Pflegekinder im Land. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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