Neue Abflugregeln am Flughafen Frankfurt: Mehr Lärm im Nordwesten
- Streitpunkt sind Pläne, nach denen vermehrt in Richtung Nordwesten gestartet werden soll. (Archivbild)
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Frankfurt. Im Nordwesten des Rhein Main Gebiets könnte es künftig deutlich häufiger Fluglärm geben. Der Betreiber des Flughafens Frankfurt plant eine neue Verteilung der Abflüge. Hintergrund sind steigende Flugzahlen in den kommenden Jahren.
Nach Angaben des Betreibers Fraport sollen Starts von der sogenannten Center Bahn häufiger Richtung Taunus geführt werden. Dadurch würden vor allem Orte im Nordwesten stärker belastet. Gleichzeitig soll die bisher oft genutzte Südumfliegung mit einer weiten Kurve über Mainz und Wiesbaden seltener eingesetzt werden.
Die Anpassungen betreffen Abflüge bei Flugbetrieb in Richtung West. Das ist in Frankfurt an etwa zwei Dritteln der Tage der Fall. Neue Flugrouten sind nach Angaben des Unternehmens nicht geplant.
Diese Orte könnten stärker betroffen sein
Besonders zusätzliche Lärmbelastung wird laut Prognosen in Teilen des Main Taunus Kreises erwartet. Dazu gehören vor allem
- Flörsheim
- Hattersheim Eddersheim
Die Orte sind bereits durch Landungen bei Betriebsrichtung Ost belastet. Kritiker sprechen deshalb von einer möglichen Doppelbelastung für die Anwohner.
Mehr Flüge bis 2033 erwartet
Grund für das neue Betriebskonzept ist eine steigende Zahl von Flugbewegungen. Bis zum Jahr 2033 rechnet Fraport mit rund 560000 Starts und Landungen am größten deutschen Flughafen. Im vergangenen Jahr wurden etwa 460000 Flugbewegungen gezählt.
Nach Einschätzung des Unternehmens könnte der Verkehr gegen Ende dieses Jahrzehnts mit dem bisherigen Konzept nicht mehr sicher abgewickelt werden.
Das hessische Wirtschafts und Verkehrsministerium hat das Konzept geprüft. Demnach entspricht es den Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses für den Ausbau des Flughafens. Die Gesamtzahl der vom Lärm betroffenen Menschen steige nicht. Der Lärm werde lediglich anders verteilt.
Auch Entlastung für einige Orte geplant
Für einige Städte südlich des Flughafens könnte es dagegen leiser werden. Genannt werden unter anderem
- Rüsselsheim
- Nauheim im Kreis Groß Gerau
Nach Kritik aus den Kommunen wurde der ursprüngliche Entwurf zudem überarbeitet. Vorgesehen ist nun unter anderem ein Startverbot im Nordwesten vor 6 Uhr. Bis 7 Uhr sollen Starts dort möglichst vermieden werden. Wichtigste Abflugbahn soll weiterhin die Startbahn West bleiben.
Zusätzlich sind Anreize für leisere Flugzeuge und weitere Mittel für Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.
Kritik aus den Kommunen
Die Fluglärmkommission mit Vertretern der betroffenen Städte berät über das Konzept in einer Sondersitzung am Mittwoch, 10. Juni, in Raunheim. Eine Einschätzung soll anschließend auf einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr vorgestellt werden.
Mehrere Gemeinden hatten die Pläne bereits im Vorfeld deutlich kritisiert. Die Kommission sprach zudem von unzureichender Information durch die Verantwortlichen.
Wie es jetzt weitergeht
Mögliche Forderungen der Fluglärmkommission sollen anschließend geprüft werden. Danach befassen sich noch die Deutsche Flugsicherung und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung mit dem Konzept.
Nach Angaben des hessischen Wirtschafts und Verkehrsministeriums bleibt das bisherige Betriebskonzept mindestens bis zum Jahr 2028 gültig. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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