Nach Jahrzehnten in Pforzheim: Gestohlener Königsring kehrt nach Polen zurück

Deutschland hat Kulturgüter zurückgegeben, die im Zweiten Weltkrieg in Polen geraubt worden waren. | Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Pforzheim. Ein jahrhundertealter Goldring aus dem Schmuckmuseum Pforzheim ist an Polen zurückgegeben worden. Das Schmuckstück aus dem Besitz des polnischen Königshauses war im Zweiten Weltkrieg geraubt worden und befand sich jahrzehntelang in der Sammlung der Goldstadt.

Die Übergabe erfolgte am Dienstag, 17. Juni, beim Deutsch Polnischen Forum in Berlin. Bundesaußenminister Johann Wadephul erklärte, rund 80 Jahre nach Kriegsende könnten Kulturgüter, die während Krieg und Besatzung entwendet wurden, nun in enger Zusammenarbeit mit Museen und der polnischen Seite zurückgegeben werden. Die Rückgabe sei ein Zeichen von Respekt und bleibender deutscher Verantwortung.

Der Ring stammt aus dem 16. Jahrhundert und trägt einen Diamanten mit 3,5 Karat. Historiker ordnen ihn dem Besitz von König Sigismund I. aus der Jagiellonen Dynastie zu. Kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen im Jahr 1939 wurden zahlreiche Wertsachen aus Warschau in den Ort Sienawa gebracht. Dort plünderten deutsche Truppen die Sammlung.

1963 gelangte der Ring als Teil einer größeren Ringsammlung in das Schmuckmuseum Pforzheim. Er war dem Museum geschenkt worden und blieb dort über Jahrzehnte Teil der Ausstellung.

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch sprach von einem wichtigen Schritt der historischen Verantwortung. Die Stadt verstehe die Rückgabe als Zeichen des Respekts und der Freundschaft gegenüber Polen.

Weitere geraubte Kulturgüter zurückgegeben

Neben dem Ring erhielt Polen auch weitere während des Zweiten Weltkriegs entwendete Kulturgüter zurück. Dazu gehören:

  • eine mittelalterliche Handschrift mit einem Teil des Textes der alten polnischen Hymne „Gaude Mater Polonia“ aus der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
  • Eisenbahnmodelle und Zubehör aus dem Bestand des Deutschen Technikmuseums in Berlin, die 1940 aus dem Verkehrsmuseum Warschau entwendet worden waren

Die Handschrift besteht aus sechs Pergamentblättern und stammt ursprünglich aus der Bibliothek des Priesterseminars in Plock. Deren Bestände wurden im Zweiten Weltkrieg geplündert und weitgehend zerstört. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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