Mitgliederplus bei Pfadfindern in Rheinland-Pfalz
- Mitmachen bei den Pfadfindern ist bei vielen Kindern und Jugendlichen angesagt.
- Foto: Andreas Arnold/dpa
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Mainz. Mehr Kinder und Jugendliche entdecken wieder Aktivitäten draußen und in der Gruppe. In Rheinland-Pfalz verzeichnen Pfadfinderverbände wachsende Mitgliederzahlen. Beim Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Landesverband Rheinland-Pfalz Saar kommen inzwischen rund 1700 junge Menschen regelmäßig zu den Treffen. Das sind etwa 400 mehr als noch im Jahr 2014.
Gemeinschaft, Naturerlebnisse und feste Rituale spielen für viele Gruppen weiterhin eine wichtige Rolle. Lagerfeuer, Wanderungen mit Rucksack und Kompass oder gemeinsames Singen gehören weiterhin zum Programm. Nach Einschätzung des stellvertretenden Landesvorsitzenden Philipp Winicker passen sich die Traditionen zwar an neue Zeiten an. Für viele Kinder und Jugendliche bleibe das gemeinsame Erlebnis aber attraktiv.
Treffen in 23 Pfadfinderstämmen
Im Landesverband existieren derzeit 23 Ortsgruppen. Sie werden traditionell Stämme genannt. Die Gruppen treffen sich regelmäßig in Städten und Gemeinden im ganzen Land.
Die Angebote sind nach Altersstufen gegliedert
- Wölflinge im Alter von sieben bis elf Jahren. Spiele, Basteln und erste kurze Zeltlager stehen im Mittelpunkt.
- Pfadfinderinnen und Pfadfinder zwischen elf und 15 Jahren. Sie lernen Zelte aufzubauen, Knoten zu knüpfen und sind auf Wanderungen oder Touren mit Rad und Boot unterwegs.
- Ranger und Rover ab 16 Jahren. Viele übernehmen Verantwortung in der Gruppenleitung oder organisieren Fahrten und Aktionen.
Halstuch als gemeinsames Zeichen
Typisch für viele Pfadfindergruppen ist die sogenannte Kluft. Dazu gehören ein einfarbiges Hemd und ein Halstuch. Für viele Mitglieder ist dieses Tuch ein wichtiges Symbol der Gemeinschaft. Betreuer vergleichen es oft mit einem Trikot im Sportverein.
Beim Mainzer Stamm Tilia etwa treffen sich Kinder und Jugendliche regelmäßig in der Nähe des Stadtparks. Auf dem Programm stehen praktische Aktivitäten wie Kochen über dem Feuer, Holz hacken oder Zelte aufbauen. Während der Treffen bleiben Handys in der Regel ausgeschaltet.
Der Name Tilia steht für die Linde. Sie gilt traditionell als Treffpunkt des gemeinschaftlichen Lebens in vielen Orten. Dieses Bild soll auch die Idee der Gruppe widerspiegeln.
Offen für alle Kinder und Jugendlichen
Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder wurde 1976 gegründet und zählt bundesweit rund 30000 Mitglieder. Der Verband ist nicht konfessionell gebunden. In seiner Satzung betont er ausdrücklich Offenheit gegenüber jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft und lehnt rassistische oder nationalistische Positionen ab.
Neben dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder existieren in Deutschland weitere Verbände mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dazu zählen etwa konfessionelle Organisationen oder Gruppen mit stärkerem Fokus auf politische Bildung.
Die Jugendverbandsarbeit der Pfadfinder wird in Rheinland Pfalz auch vom Land unterstützt. Förderprogramme helfen etwa bei Projekten mit Kindern und Jugendlichen oder bei der Ausbildung ehrenamtlicher Betreuer. Im Jahr 2024 standen dafür rund 550000 Euro zur Verfügung. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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