Meteoritenfall in Koblenz sorgt für Deutungen zur Politik
- Der helle Schein am Abendhimmel war vor allem im Westen Deutschlands zu sehen. (Archivbild)
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Meteoritenfall. In Koblenz hat ein seltener Einschlag für Diskussionen gesorgt und viele Menschen zum Nachdenken gebracht. Am Sonntag, 8. März, durchschlug ein Meteorit am Abend das Dach eines Wohnhauses und landete in einem Schlafzimmer. Verletzt wurde niemand.
Das ungewöhnliche Naturereignis hatte vor allem eine Wirkung. In sozialen Netzwerken tauchten zahlreiche Deutungen auf. Einige davon stellten einen Bezug zu aktuellen Wahlergebnissen her. Andere sprachen von einem Zeichen von oben. Fachleute ordnen diese Reaktionen nüchtern ein.
Warum Menschen Himmelsereignisse deuten
„Letztendlich kann man natürlich in fast alles irgendetwas hineininterpretieren“, sagt Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde. Unerwartete Erscheinungen am Himmel hätten Menschen schon immer beschäftigt. Vor allem das Unbekannte werde schnell mit Bedeutung aufgeladen. Historisch seien solche Ereignisse oft als Warnung verstanden worden.
Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte Weihnachtsstern aus der Bibel. In Kunst und Überlieferung wird er häufig als Komet dargestellt. Fachleute bezweifeln jedoch, dass es sich um einen Kometen handelte. Schon damals wurden Himmelsphänomene sehr unterschiedlich bewertet.
Meteorit trifft auf Wahlabend
Der Einschlag ereignete sich zeitgleich mit der Auszählung der Stimmen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. In sozialen Netzwerken kursierten deshalb satirische Kommentare. Einzelne Nutzer stellten einen Zusammenhang zwischen dem Meteoriten und dem Abschneiden bestimmter Parteien her.
Auch mit Blick auf die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag, 22. März, gab es Spekulationen. Fachleute sehen darin ein bekanntes Muster. „In früheren Zeiten hätte man solch eine Erscheinung als Fingerzeig vor politischen Entscheidungen verstanden“, sagt Liefke. Entscheidend sei meist gewesen, wer eine Deutung am lautesten verbreite.
Aufklärung statt Aberglaube
Astrologie bewertet Liefke kritisch. Sie sei wissenschaftlich nicht haltbar. Problematisch werde es dann, wenn Menschen solche Deutungen ernst nähmen und ihr Handeln daran ausrichteten. Gleichzeitig solle die Faszination für den Himmel erhalten bleiben. Neugier könne ein Einstieg in naturwissenschaftliches Interesse sein.
Viele Fragen nach dem Feuer am Himmel
Auch bei der Ufo-Meldestelle Cenap im südhessischen Lützelbach meldeten sich nach dem Ereignis zahlreiche Menschen. Leiter Hansjürgen Köhler berichtet von irritierten und teils verängstigten Anrufern. Einige fragten, ob es sich um einen Absturz, ein göttliches Zeichen oder etwas Bedrohliches handele.
Nach der Erklärung, dass ein Meteor verglüht und teilweise eingeschlagen sei, hätten sich viele beruhigt. Einzelne Anrufer verbanden das Ereignis ebenfalls mit politischen Ergebnissen und sprachen von einem symbolischen Absturz.
Empfehlung für mehr Wissen
Grundsätzlich seien Kenntnisse über Astronomie oft gering, sagt Köhler. Helle Sterne oder Planeten würden schnell überinterpretiert. Auch Falschinformationen im Internet trügen zur Verunsicherung bei.
Er empfiehlt Besuche in Planetarien oder Sternwarten. Dort ließen sich astronomische Vorgänge verständlich erklären. Ob der Meteorit von Koblenz mehr war als ein Naturereignis, bleibt damit eine Frage der persönlichen Sicht. Wissenschaftlich ist die Antwort klar. dpa/red
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |