Luchs überquert Rhein bei Laufenburg: Juro auf Partnersuche

Es ist unklar, ob der Luchs aus der Schweiz zurückkommen wird.(Archiv) | Foto: Hendrik Schmidt/dpa
  • Es ist unklar, ob der Luchs aus der Schweiz zurückkommen wird.(Archiv)
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Südschwarzwald. Die Wanderung eines jungen Luchses zeigt aktuell, wie weit Wildtiere auf Partnersuche unterwegs sind. Luchs „Juro“ hat den Rhein bei Laufenburg überquert und streift nun durch die Schweiz.

Nach Angaben der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt Baden Württemberg gelang die Querung bereits im März. Das zweijährige Tier verließ während der Paarungszeit sein Revier im Südschwarzwald. Fachleute gehen davon aus, dass der Luchskuder auf der Suche nach einem Weibchen ist.

Die Bewegung gilt für Forschende als besonderer Nachweis. Zum ersten Mal konnte eine solche Wanderung mithilfe eines Halsbandsenders genau verfolgt und ausgewertet werden. Luchs Expertin Eva Klebelsberg erklärte. „Dass Wildtiere ein Gewässer schwimmend queren, ist durchaus möglich. Auch Brücken können genutzt werden. Die Daten zeigen jetzt erstmals sehr genau, wie sich ein Tier tatsächlich bewegt.“

Großes Revier im Südschwarzwald

Juro wurde am Donnerstag, 28. August bei Schopfheim erstmals nachgewiesen. Damals hatte er ein Beutetier gerissen. Kurz danach erhielt der Luchs einen Sender. Seitdem streifte er durch ein Gebiet von rund 780 Quadratkilometern zwischen Kandern und Wehr. Ende Februar galt Juro im Südschwarzwald als territorial. Mit Beginn der Ranzzeit Anfang Februar zog es ihn jedoch immer wieder Richtung Schweizer Grenze. Die Querung des Rheins bei Laufenburg bestätigt diese Wanderung.

Zu wenige Weibchen im Land

Nach Angaben der FVA leben derzeit acht Luchse dauerhaft in Baden Württemberg. Lange Zeit wurden vor allem männliche Tiere nachgewiesen. Um eine stabile Population aufzubauen, werden seit 2023 im Rahmen des Projekts „Luchs Baden Württemberg“ gezielt auch Weibchen im Schwarzwald ausgewildert.

Ob Juro dauerhaft in der Schweiz bleibt oder in sein Revier zurückkehrt, ist noch offen. Fachleute stehen dazu im Austausch mit der Schweizer Stiftung KORA und den zuständigen Kantonen. Erst wenn ein Tier sechs Monate lang nicht mehr nachgewiesen wird, gilt es offiziell nicht mehr als sesshaft. Für den Naturschutz liefert die Wanderung wichtige Hinweise darauf, welche Korridore für Luchse zwischen Schwarzwald und Schweiz erhalten bleiben müssen. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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