Klimakrise im Südschwarzwald: Riesenregenwurm bedroht
- Im südlichen Schwarzwald, etwa auf dem Feldberg, lebt der seltene Badische Riesenregenwurm. (Archivbild)
- Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
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Südschwarzwald. Wer die besondere Natur Baden-Württembergs schätzt, könnte im Südschwarzwald eine seltene Art verlieren: den Badischen Riesenregenwurm. Der Klimawandel mit Hitze und Trockenheit setzt dem Tier nach Einschätzung des BUND zunehmend zu.
Der Badische Riesenregenwurm gilt als größter Wurm Europas. Er kann bis zu 60 Zentimeter lang und bis zu 20 Jahre alt werden. Sein bekanntes Vorkommen ist auf den Südschwarzwald begrenzt. „Die Klimakrise könnte für die Art zur existenziellen Bedrohung werden“, sagt Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft und Wald beim BUND.
Warum der Riesenregenwurm nach oben ausweicht
Der Wurm braucht nach Angaben des BUND eine kühle und feuchte Umgebung. Weil es wärmer und trockener wird, zieht er sich in immer höhere Lagen zurück. Schramm sieht darin ein Problem: „Viel Spielraum nach oben bleibt ihm nicht mehr.“ Die Art komme bereits in den höchsten Lagen des Südschwarzwalds vor.
In bis zu zwei Metern Bodentiefe sei der Riesenregenwurm zwar noch vergleichsweise gut vor Hitze geschützt. Wenn Hitzewellen aber dichter und regelmäßiger aufeinanderfolgten, trockne auch die Erde in tieferen Schichten stärker aus. Das könne den seltenen Wurm gefährden.
Besonders empfindlich sind nach Einschätzung des BUND die Jungtiere. Sie bleiben im ersten Lebensjahr eher in den oberen Bodenschichten. Wenn diese Bereiche austrocknen, könnten ganze Jahrgänge geschwächt werden oder ausfallen.
Auch der Waldboden verändert sich
Der Lebensraum des Badischen Riesenregenwurms hängt auch vom Boden im Schwarzwald ab. Dort prägen viele Nadelbäume bislang saure Böden. In solchen Bedingungen fühlt sich die Art nach Angaben von Naturschützern besonders wohl. Andere Regenwürmer kommen damit weniger gut zurecht, wie der Nabu auf seiner Website schreibt.
Mit dem Klimawandel verändert sich jedoch auch der Wald. Wenn Nadelbäume verschwinden, ändern sich laut Schramm die chemischen Eigenschaften des Bodens. Damit verändere sich auch der Lebensraum des Riesenregenwurms zum Schlechteren.
Über die seltene Art ist bisher wenig bekannt
Wie groß der Bestand des Badischen Riesenregenwurms tatsächlich ist, lässt sich derzeit nur schwer sagen. Nach Worten von Schramm gibt es kaum Daten und Erhebungen. Das Tier sei scheu, spüre Erschütterungen und verkrieche sich schnell. Gerade deshalb bleibt der Zustand der Art für Fachleute schwer zu beurteilen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |