Immer mehr Störche in Rheinland-Pfalz: Jetzt auch in Eifel und Hunsrück

Der Storchenbestand in Rheinland-Pfalz galt von 1974 bis 1996 als erloschen. (Archivbild) | Foto: Uwe Anspach/dpa
  • Der Storchenbestand in Rheinland-Pfalz galt von 1974 bis 1996 als erloschen. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Immer mehr Menschen im Norden des Landes entdecken wieder Weißstörche in ihrer Umgebung. Nach Jahrzehnten der Abwesenheit breiten sich die Vögel inzwischen von der Pfalz aus auch in Regionen wie Eifel und Hunsrück aus.

Während die Südpfalz seit Jahren als Hochburg gilt, tauchen die Tiere zunehmend in weiteren Landesteilen auf. Von einer Verlagerung könne jedoch keine Rede sein, erklärte Pirmin Hilsendegen von der Initiative „Aktion PfalzStorch“. Eine Verschiebung würde bedeuten, dass im Süden weniger und im Norden mehr Tiere leben. „Das kann man so nicht sagen.“

Der Hintergrund ist laut Fachleuten eine natürliche Ausbreitung eines stabil gewachsenen Bestandes. Der Weißstorch galt in Rheinland-Pfalz von 1974 bis 1996 als ausgestorben. Erst mit einem Wiederansiedlungsprojekt im Jahr 1997 kehrten die Tiere zurück.

Warum Störche neue Regionen besiedeln

Ob der Bestand auch in diesem Jahr erneut gestiegen ist, lässt sich noch nicht sicher sagen. Viele Jungvögel sind noch nicht flügge. Verlässliche Zahlen werden erst Ende August erwartet.

In den vergangenen Jahren gab es regelmäßig Zuwächse. Wenn bestehende Brutgebiete gut besetzt sind, suchen einzelne Tiere neue Reviere. Manche Störche reagieren empfindlich auf dichte Kolonien und weichen in ruhigere Landschaften aus. Andere schließen sich bewusst größeren Gruppen an.

Gerade in nördlichen Regionen von Rheinland-Pfalz wird die Rückkehr der großen Vögel aufmerksam verfolgt. Für viele Menschen in Eifel oder Hunsrück ist der Anblick eines Storches noch immer etwas Besonderes.

Diese Gefahren bedrohen junge Störche

Trotz stabiler Bestände gibt es Risiken für die Tiere.

  • Starkregen und Hochwasser können ganze Nester gefährden. Bei extremen Wetterlagen starben in den vergangenen Jahren viele Jungvögel.
  • Ungesicherte Strommasten bleiben eine Gefahr, obwohl zahlreiche Anlagen bereits entschärft wurden.
  • Müll in der Landschaft wird immer häufiger in Mägen toter Jungstörche gefunden.

Vor allem Plastikabfälle könnten langfristig zu einem größeren Problem werden. Oft werde die Ursache erst entdeckt, wenn verendete Jungtiere untersucht werden.

Der Storch als Motor für Naturschutz

Trotz einzelner Gefahren gilt der Bestand derzeit als stabil. Weißstörche gelten als anpassungsfähig und erschließen immer wieder neue Nahrungsquellen.

Naturschützer sehen in ihrer Rückkehr auch einen positiven Effekt für ganze Landschaften. Der Schutz des Storches habe vielerorts dazu beigetragen, Feuchtgebiete zu erhalten und Menschen stärker für Umweltfragen zu sensibilisieren.

Der Schwerpunkt des Bestandes liegt weiterhin in der Pfalz im Rheintal von der elsässischen Grenze bis nach Worms. Weitere kleinere Vorkommen gibt es etwa in Rheinhessen, im Nahetal rund um Bad Kreuznach sowie im Glantal und in Teilen der Westpfalz.

Ein Rückgang wie in den 1970er Jahren ist derzeit nicht absehbar. Die Entwicklung des Bestandes wird dennoch weiterhin genau beobachtet. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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