Hitzecheck: Ludwigshafen und Worms mit Problemen

Versiegelte Gewerbeflächen sind ein Grund für Hitzestress in Ludwigshafen. (Archivbild) | Foto: Uwe Anspach/dpa
  • Versiegelte Gewerbeflächen sind ein Grund für Hitzestress in Ludwigshafen. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Hohe Temperaturen über 30 Grad treffen Bewohner vieler Städte besonders stark. Ein Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe zeigt deutliche Probleme in mehreren Kommunen des Bundeslands. Vor allem Ludwigshafen und Worms schneiden schlecht ab. Auch Bad Kreuznach, Neuwied und Koblenz erhalten eine Rote Karte.

Nach Angaben der Organisation sorgen vor allem große versiegelte Flächen und zu wenig Grün für zusätzliche Hitze in dicht bebauten Bereichen. Asphalt, Beton und Gebäude speichern Wärme. Dadurch kühlen Innenstädte nachts oft nur langsam ab.

Industrieflächen als Problem in Ludwigshafen

Die Stadt Ludwigshafen nennt den hohen Anteil an Industrie- und Gewerbeflächen als wichtigen Grund. Viele dieser Flächen müssen aus Gründen des Grundwasserschutzes versiegelt werden. Laut Stadt ist dies nötig, um Schadstoffe aus Produktion, Lagerung oder Transport vom Boden fernzuhalten.

Eine städtische Klimaanalyse zeigt besonders starke Hitze in dicht bebauten Innenstadtbereichen. Auch ältere Stadtteile mit enger Bebauung sind betroffen.

Koblenz kämpft mit Platzmangel für neue Bäume

In Koblenz erschweren vor allem bauliche Gegebenheiten neue Grünflächen. Viele Straßen und Plätze sind versiegelt. Gleichzeitig gibt es unter der Erde zahlreiche Leitungen, Rohre und alte Bauschichten. Auch Keller ragen teilweise in den Straßenraum.

Hinzu kommt der Bedarf an neuem Wohnraum. Dieser soll häufig durch Nachverdichtung in der Innenstadt entstehen. Dadurch bleiben nur wenige Flächen für zusätzliche Begrünung.

Worms verweist auf Hitzeaktionsplan

Die Stadt Worms kritisiert die Methodik des Hitzechecks. Gleichzeitig verweist sie auf eigene Maßnahmen. Ein kommunales Hitzeschutznetzwerk informiert Bürger über Risiken und Schutzmöglichkeiten.

Als Beispiel nennt die Stadt die HEAL App. Sie berechnet an heißen Tagen schattige Fußwege durch die Stadt. Außerdem wird ein Hitzeaktionsplan mit Entsiegelung, Begrünung und mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum umgesetzt.

Bad Kreuznach setzt auf neue Bäume

Auch Bad Kreuznach sieht versiegelte Flächen als wichtigen Faktor. Die Stadt plant deshalb zusätzliche Baumpflanzungen und mehr Grün. Besonders stark betroffene Orte sind etwa der Bahnhofsvorplatz, der Kornmarkt und die Nahe Brücke.

Neuwied nutzt digitales Baummonitoring

In Neuwied steht das Stadtbaum Konzept im Mittelpunkt. Gepflanzt werden klimaangepasste Baumarten. Gleichzeitig sollen Standorte so gestaltet werden, dass Wurzeln mehr Platz und Wasser bekommen.

Ein besonderes Instrument ist ein digitales Baummonitoring. Dabei wird jeder Baum kartiert. Fernerkundungsdaten liefern Hinweise auf den Gesundheitszustand. So lässt sich früh erkennen, wo Handlungsbedarf besteht.

Die Stadt mit rund 67.000 Einwohnern hat etwa 16.000 Bäume. Seit Anfang 2023 wurden rund 180 Bäume gefällt. Gleichzeitig kamen etwa 400 neue hinzu.

Koblenz plant Cooling Areas in der Innenstadt

Koblenz setzt zusätzlich auf sogenannte Cooling Areas. Das sind öffentlich zugängliche kühle Orte. Dazu zählen Kirchen, Brunnen oder Bereiche mit Kühlanlagen und Trinkwasserspendern.

Weitere Maßnahmen sind Dach und Fassadenbegrünung, mehr Schatten bei Veranstaltungen sowie Verneblungsanlagen und Trinkwasserstationen.

Mehr Entsiegelung und Trinkbrunnen

Auch Ludwigshafen baut den Hitzeschutz aus. Dazu gehören neue Bäume, Trinkbrunnen und Entsiegelungsprojekte. Bei Neubauten müssen befestigte Flächen reduziert werden.

Möglichkeiten sind zum Beispiel

  • Dachbegrünung
  • versickerungsfähige Beläge
  • Anlagen zur Regenwasserversickerung

Die Stadt betont zudem die Rolle privater Grundstücke. Entsiegelte Vorgärten sowie begrünte Dächer und Fassaden könnten ebenfalls zur Abkühlung beitragen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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