Gedenkfeier in Diez: Nachfahren treffen erstmals Bürger
- Angehörige und Anwohner gedenken 16 jungen Luxemburgern, im Widerstand gegen Nazi-Deutschland vor 82 Jahren in Diez erschossen wurden.
- Foto: Thomas Frey/dpa
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Diez. Wer den Ruhepark Robert Heck besucht, findet dort nun einen sichtbaren Erinnerungsort an 16 Luxemburger, die im Zweiten Weltkrieg in Diez erschossen wurden. Fast 30 Jahre nach dem Beginn einer privaten Initiative sind Nachfahren der Opfer erstmals mit Menschen aus der Stadt zu einer gemeinsamen Gedenkfeier zusammengekommen. Das teilte die Kulturstiftung Diez im Rhein-Lahn-Kreis mit.
Familien reisten aus Luxemburg an
Die Angehörigen kamen aus Luxemburg nach Diez. Eine gemeinsame Gedenkfeier hatte es nach Angaben der Stiftung zuvor nicht gegeben. Die 16 jungen Luxemburger waren demnach in Diez hingerichtet worden, nachdem sie sich geweigert hatten, für die deutsche Wehrmacht zu kämpfen.
Über Jahrzehnte gerieten die Männer und ihr Schicksal weitgehend in Vergessenheit. Vor fast 30 Jahren machten Diezer Bürger wieder auf die Opfer aufmerksam. Nach Darstellung der Kulturstiftung warfen sie der Stadt vor, die Erinnerung an die Ermordeten verdrängt zu haben.
Digitales Denkmal blieb bis heute abrufbar
Während noch über eine Gedenkplakette diskutiert wurde, schufen zwei Diezer ein digitales Denkmal. Die damals neuartige Internetseite mit historischen Quellen ist nach Angaben der Stiftung bis heute abrufbar. Für einige Nachfahren war Diez lange vor allem „der Hinrichtungsort unseres Großonkels" oder „der fremde deutsche Ortsname auf dem Grabstein".
Restaurierter Engel wird Zeichen der Begegnung
Anlass der Begegnung war unter anderem die Enthüllung eines restaurierten Engels im Ruhepark Robert Heck. Das Denkmal soll an die NS-Opfer erinnern. „Doch unser kleiner Erinnerungsengel wurde zum Anlass für eine europäische Gedenkfeier", sagte der Vorsitzende der Kulturstiftung Diez, Georg Pick, laut Mitteilung. Auch das Musée National d'Histoire Militaire Luxembourg war vertreten.
Pick zufolge ist aus dem früheren Hinrichtungsort ein Ort der Begegnung zwischen Nachfahren und heutigen Diezern sowie zwischen Luxemburg und Deutschland geworden. Die Feier zeige die europäische Bedeutung des Erinnerungsortes, sagte der Kunsthistoriker. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |