Gedenken im Ahrtal: Warum fünf Orte heute besonders wichtig sind
- Das Wasser zerstörte, was ihm in den Weg kam. (Archivbild)
- Foto: Harald Tittel/dpa
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Ahrtal. Zum fünften Jahrestag der Flut rücken am Dienstag, 14. Juli, die Orte in den Fokus, an denen sich Trauer, Erinnerung und Wiederaufbau besonders deutlich zeigen.
Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird in vielen Gemeinden der Opfer gedacht. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli wurden im Jahr 2021 mehr als 180 Menschen getötet. Allein in Rheinland-Pfalz starben 136 Menschen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz reisen dazu ins Ahrtal.
Altenahr: Ausstellung und Gottesdienst
Altenahr mit den Ortsteilen Altenahr, Altenburg, Kreuzberg und Reimerzhoven wurde besonders schwer verwüstet. Von 660 Häusern wurden 520 beschädigt. 33 Menschen starben.
Am Dienstag wird dort die Fotoausstellung „We Ahr Strong. Fünf Jahre, ein neuer Blick“ eröffnet. Sie zeigt Porträts von Menschen aus der Region und ihren Blick auf die Zeit nach der Flut. Am Nachmittag ist ein Gottesdienst zum Gedenken an die Verstorbenen geplant.
Bad Neuenahr-Ahrweiler: Kranzniederlegung und Wiederaufbau
In Bad Neuenahr-Ahrweiler legt der Bundespräsident auf dem Ahrtorfriedhof einen Kranz nieder. Die Stadt war von der Flut besonders stark betroffen. Mehr als die Hälfte der Todesopfer im Ahrtal wurde dort gefunden. 65 Opfer wohnten in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Bundeskanzler Merz will sich zudem auf einer städtischen Baustelle über den Stand des Wiederaufbaus informieren. Anschließend ist auf dem Marktplatz in Ahrweiler eine öffentliche Gedenkveranstaltung geplant.
Sinzig: Erinnerung an die Tragödie im Wohnheim
In Sinzig steht die Erinnerung an zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung im Mittelpunkt. Sie starben in der Flutnacht, als das Wasser das an der Ahr gelegene Wohnheim überraschte.
Ministerpräsident Gordon Schnieder will die Lebenshilfe in Sinzig besuchen und mit Hinterbliebenen sowie Betroffenen sprechen.
Dernau: Hilfe junger Freiwilliger bleibt sichtbar
Dernau wurde ebenfalls schwer getroffen. Dort richtet sich der Blick auf die Jugendbauhütten und ihren Beitrag zum Wiederaufbau historischer Gebäude. Junge Freiwillige aus ganz Deutschland halfen nach der Flut bei beschädigten Bauwerken.
Das inzwischen dauerhaft eingesetzte Mobile Team Fluthilfe unterstützt weiter den denkmalgerechten Wiederaufbau im Ahrtal.
Schuld: Auch ohne prominente Gäste im Fokus
Schuld zeigt, dass die Folgen der Flut bis heute sichtbar sind. Leerstehende Häuser, verbarrikadierte Fenster und beschädigte Fassaden prägen an manchen Stellen weiter das Ortsbild.
Am Abend lädt die Gemeinde zu einem Flut-Gedenkgottesdienst in die Pfarrei Schuld ein. Damit richtet sich der Blick auch auf Orte, an denen keine hochrangigen politischen Besuche angekündigt sind, die aber weiter mit den Folgen der Katastrophe leben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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