Forderung im Ahrtal: Weigand dringt auf Entschuldigung

Vor fünf Jahren nahm die Flut ihr Zuhause - heute ist Cornelia Weigand Landrätin im Kreis Ahrweiler. (Archivbild) | Foto: Thomas Frey/dpa
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Ahrweiler. Die Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal sind für viele Betroffene bis heute spürbar. Fünf Jahre nach der Flut sagt Landrätin Cornelia Weigand in Ahrweiler, eine Entschuldigung der rheinland-pfälzischen Landesregierung wäre für viele Menschen im Tal ein wichtiges Signal.

Weigand schilderte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur auch die persönlichen Belastungen. Gewitter erlebe sie heute nicht mehr so unbeschwert wie früher. Als die Flut im Juli 2021 ins Ahrtal kam, verlor sie wie viele andere Anwohner ihr Zuhause. Damals war sie Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr.

Erinnerungen an die Flut wirken nach

Besonders prägend seien die Stunden während der Katastrophe gewesen. Auf dem Balkon des Rathauses habe sie Anrufern sagen müssen, dass keine Hilfe kommen werde. Am nächsten Morgen habe sie das Ausmaß der Zerstörung gesehen und mit anderen die ersten Toten geborgen. Diese Erlebnisse hätten sie bis heute nicht losgelassen.

Wiederaufbau dauert weiter an

Nach der Flut wandte sich Weigand in einem offenen Brief an die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und die frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Hilfe sei damals sofort und in großem Umfang nötig gewesen. Aufgeben sei für sie keine Option gewesen, sagte die heutige Landrätin.

Auch fünf Jahre nach der Katastrophe ist der Wiederaufbau im Ahrtal nicht abgeschlossen. Weigand zeigte Verständnis für die Ungeduld vieler Menschen. Zugleich verwies sie auf das Ausmaß der Arbeiten. Das Ahrtal sei die größte Baustelle Deutschlands. Hier werde mehr gebaut und mehr Geld verbaut als anderswo im Land.

Entschuldigung als Signal für Betroffene

Nach Worten der Landrätin blieb bislang eine Entschuldigung der Landesregierung aus. Für viele Menschen im Tal wäre sie ein wichtiges Zeichen. Dabei gehe es nicht zwingend um ein Schuldeingeständnis. Das Land sei aber Teil der Katastrophe gewesen. Eine Entschuldigung könne verlorene Menschen nicht zurückbringen, aber womöglich helfen, Wunden zu heilen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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