Förderschulen am Limit: Gewerkschaft warnt vor Überlastung im Bildungssystem
- Die Bildungsgewerkschaft fordert bessere Bedingungen an Förderschulen. (Archivbild)
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Mainz. Für Eltern von Kindern mit geistigen oder körperlichen Behinderungen könnte sich die Betreuung an Förderschulen künftig verändern. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert von der Landesregierung in Rheinland Pfalz deutlich mehr Unterstützung für diese Schulen.
„Die Schwächsten der Schwachen dürfen nicht abgehängt werden“, sagte GEW Vorstandsmitglied Stefan Jakobs in Mainz. Nach Ansicht der Gewerkschaft müsse das Land mehr Geld bereitstellen. Ziel sei eine bessere Ausstattung mit Fachkräften sowie geeigneten Schulgebäuden.
Umfrage unter Förderschulen
Grundlage der Forderung ist eine Umfrage der GEW unter 40 Förderschulen mit dem Schwerpunkt ganzheitliche und motorische Entwicklung. Viele Einrichtungen berichteten von steigenden Schülerzahlen und gleichzeitig unbesetzten Stellen.
Nach Angaben der Gewerkschaft stehen die Schulen dadurch vor mehreren Problemen
- immer mehr Kinder mit komplexem Unterstützungsbedarf
- größere Schwierigkeiten im Alltag und bei der Kommunikation
- zunehmende Probleme mit Selbstregulation
- mehr herausforderndes oder aggressives Verhalten
Auch die räumliche Situation verschärfe die Lage. Wenn Klassenräume fehlten oder zu klein seien, entstünden zusätzliche Belastungen. Enge Räume, Lärm und viele Reize könnten besonders für geistig beeinträchtigte Kinder schnell überfordernd sein.
Land verweist auf Ausbau bei Ausbildung und Personal
Das Bildungsministerium erklärte, das Recht jedes Kindes auf bestmögliche Förderung und Teilhabe sei ein zentraler Grundsatz der Bildungspolitik in Rheinland Pfalz. Dazu gehöre auch eine verlässliche Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Dem Ministerium seien die Herausforderungen an den Förderschulen bekannt. Deshalb werde der Ausbau der Ausbildung sowie die Einstellung von Förderschullehrkräften weiter vorangetrieben. Zudem sollen Fortbildungen für Lehrkräfte zum Umgang mit heterogenen Klassen und inklusiven Lernformen verstärkt werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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