EVG fordert mehr Schutz für Bahn-Beschäftigte

EVG-Vertreter, darunter Lars Kreer als Geschäftsstellenleiter in Mainz, zeigten vor dem Mainzer Hauptbahnhof Präsenz | Foto: dpa
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Mainz. In Mainz hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am heutigen Freitag vor dem Hauptbahnhof einen umfangreichen Forderungskatalog für mehr Sicherheit im Bahnverkehr vorgestellt. Aus Sicht der Gewerkschaft besteht akuter Handlungsbedarf – auch für Beschäftigte in Rheinland-Pfalz.

Auslöser ist eine tödliche Gewalttat in der Westpfalz: Am 2. Februar wurde der 36-jährige Zugbegleiter Serkan Calar bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug nahe Landstuhl von einem Fahrgast mehrfach gegen den Kopf geschlagen. Er starb später an den Folgen der Verletzungen.

Doppelbesetzung als Kernforderung

Zentrale Forderung der EVG ist die Doppelbesetzung von Schichten im Zugbegleitdienst. Zwei Mitarbeitende pro Schicht sollen Kontrollen sicherer machen und Eskalationen vorbeugen. Nach Angaben der Gewerkschaft scheitert das bislang häufig an den Kosten.

Die EVG verlangt von Arbeitgebern, Dienstpläne entsprechend anzupassen. Zudem sollen nicht nur Unternehmen der Deutsche Bahn, sondern auch andere Bahnunternehmen ihr Personal mit Bodycams ausstatten.

Bodycams sollen landesweit kommen

In der vergangenen Woche trafen sich in Mainz Vertreter des Landes, von Bahnunternehmen, Gewerkschaften und Verkehrsverbünden zu einem runden Tisch. Ergebnis: Bodycams sollen künftig flächendeckend eingesetzt werden.

Das Land Rheinland-Pfalz will die Finanzierung unterstützen und den Unternehmen mehr Spielraum bei der Schichtplanung einräumen. Das zuständige Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz kündigte außerdem eine Respekt-Kampagne sowie den Aufbau einer landesweiten Sicherheitsdatenbank an.

Sicherheitsdatenbank seit Jahren gefordert

Über einen QR-Code sollen Beschäftigte Übergriffe künftig direkt melden können. Laut EVG fordert die Gewerkschaft eine solche zentrale Erfassung bereits seit acht Jahren. Zugesagt worden sei sie mehrfach – umgesetzt jedoch bislang nicht.

Die Debatte betrifft nicht nur Zugbegleiter. Hintergrund ist auch ein Vorfall im Reisezentrum in Kaiserslautern, bei dem ein Mann randalierte. Auch Busfahrer berichten regelmäßig von Übergriffen. Für sie fordert die EVG geschlossene Fahrerkabinen mit zusätzlicher Fluchttür. Diese Standards sollen künftig verbindlich in Ausschreibungen festgelegt werden.

Was die Forderungen für Bahnpendler bedeuten

Für Fahrgäste könnten die Maßnahmen spürbare Veränderungen bringen: mehr Personal in Zügen, sichtbare Bodycams und möglicherweise angepasste Kontrollabläufe. Ob und wann Doppelbesetzungen flächendeckend umgesetzt werden, hängt von Finanzierungsfragen und Tarifverhandlungen ab.

Klar ist: Nach der tödlichen Tat nahe Landstuhl steht das Thema Sicherheit im regionalen Bahnverkehr auch in Mainz ganz oben auf der Agenda.

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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