Erstes Schulbuch für Islamunterricht? Verlag reicht „Vielfalt Islam“ zur Zulassung ein
- Der Ernst Klett Verlag hat das seinen Angaben zufolge erste Buch für den islamischen Religionsunterricht in Baden-Württemberg zur Zulassung eingereicht. (Symbolbild)
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Stuttgart. Für den islamischen Religionsunterricht an Schulen in Baden Württemberg könnte erstmals ein speziell entwickeltes Lehrbuch erscheinen. Der Ernst Klett Verlag aus Stuttgart hat nach eigenen Angaben ein entsprechendes Schulbuch zur Zulassung eingereicht.
Der Titel „Vielfalt Islam“ richtet sich an die Sekundarstufe I mit den Klassen fünf bis zehn in allen Schulformen. Das Werk orientiert sich an den Bildungsplänen des Landes Baden Württemberg. Geplant ist eine Veröffentlichung zum Schuljahr 2026 27.
Nach Angaben des Verlags wurde das Buch von einem Team aus Wissenschaft und Schulpraxis erarbeitet. Die Inhalte seien wissenschaftlich fundiert und interreligiös geprüft. Fachleute aus Christentum und Judentum hätten die entsprechenden Kapitel ebenfalls begutachtet. Laut Verlag arbeiteten die Autorinnen und Autoren unabhängig von einzelnen islamischen Interessengruppen.
Religionsgemeinschaft entscheidet über Zulassung
Bevor das Buch im Unterricht eingesetzt werden kann, muss es zugelassen werden. Bei Schulbüchern übernimmt diese Prüfung normalerweise das Kultusministerium. Für Religionsbücher liegt die Entscheidung jedoch bei der jeweiligen Religionsgemeinschaft.
Im Fall des islamischen Religionsunterrichts in Baden Württemberg ist dafür die Stiftung Sunnitischer Schulrat zuständig. Die Stiftung organisiert seit 2019 den sunnitisch geprägten Islamunterricht an öffentlichen Schulen im Land.
Wann eine Entscheidung über die Zulassung fällt, ist derzeit offen. Selbst nach einer möglichen Genehmigung entscheiden die Schulen eigenständig, ob sie das Lehrwerk im Unterricht einsetzen.
Mit-Herausgeberin Fahimah Ulfat von der Universität Münster erklärte laut Mitteilung, das Buch greife lebensnahe Fragen auf und verbinde sie mit der Vielfalt muslimischer Traditionen. Ziel sei es auch, Dialogfähigkeit zu stärken und Orientierung in einer pluralen Gesellschaft zu unterstützen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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