Elfenbein-Vögel bei Blaubeuren entdeckt: Fund aus der Eiszeit

Daumengroße Vogelfiguren wurden auf der Schwäbischen Alb entdeckt. (Handoutfoto) | Foto: Ralf Ehmann/Universität Tübingen/dpa
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Blaubeuren. Besucherinnen und Besucher des urmu in Blaubeuren können ab sofort zwei neu entdeckte Elfenbein-Vögel aus der Eiszeit sehen. Die winzigen Figuren stammen aus der Unesco-Welterbehöhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb und sind nach Angaben von Forschenden rund 40.000 Jahre alt.

Die Universität Tübingen und das Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst teilten mit, dass es sich um eine fast vollständige Darstellung eines ruhenden, vielleicht brütenden Vogels und um einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln handelt. Der linke Flügel der zweiten Figur ist demnach abgebrochen und kann wegen fehlender Teile nicht ergänzt werden.

Besonders kleine Funde aus dem Aurignacien

Geborgen wurden die Figuren aus unteren Schichten der altsteinzeitlichen Kultur des Aurignaciens. Diese Schichten werden auf etwa 40.000 Jahre vor heute datiert. Der Vogel mit ausgebreiteten Flügeln ist den Angaben zufolge nur zwei Zentimeter lang, ein Zentimeter breit und einen halben Zentimeter hoch. Damit ist er das kleinste bislang bekannte Eiszeitkunstwerk der Welterberegion.

Forschungsleiter Nicholas Conard von der Universität Tübingen sprach von einem „Fund des Jahres“. Nach seinen Angaben wiegen die beiden Elfenbein-Vögel nur rund 1,3 und 0,7 Gramm.

Warum ausgerechnet Vögel dargestellt wurden, bleibt offen

Welche Bedeutung die Figuren für die Menschen damals hatten, ist bislang unklar. Im Raum stehen laut Mitteilung Deutungen als individueller Talisman oder als Symbol einer Gruppe. Offen ist auch, warum die Menschen an diesem Ort gerade Vögel darstellten.

Schon vor 25 Jahren war im Hohle Fels ein Wasservogel gefunden worden. An den drei anderen Fundplätzen eiszeitlicher Kunstwerke im Welterbegebiet wurden dagegen Tierdarstellungen wie Mammut, Höhlenlöwe oder Wildpferd entdeckt, aber keine Vögel. In der Höhle bei Schelklingen fanden Forschende im Jahr 2008 zudem die älteste bekannte Menschenfigur und das älteste Musikinstrument der Welt.

Die beiden neuen Figuren sind bis Freitag, 4. April, im Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst in Blaubeuren zu sehen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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