Eintritt in Köln – Dome in Rheinland-Pfalz bleiben offen

Im Mainzer Domkapitel sei die Einführung eines Eintrittsgeldes «nie favorisiert» worden, teilte Domdekan Henning Priesel mit. (Archivbild) | Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
  • Im Mainzer Domkapitel sei die Einführung eines Eintrittsgeldes «nie favorisiert» worden, teilte Domdekan Henning Priesel mit. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Für Besucher der großen Dome im Land bleibt der Zugang vorerst frei. Nach der Entscheidung in Köln sehen Mainzer, Trierer, Wormser und Speyerer Kirchenvertreter aktuell keinen Anlass für einen allgemeinen Eintritt.

Der Kölner Dom will ab Mittwoch, 1. Juli, von Touristen 12 Euro verlangen. Begründet wird das mit steigenden Kosten für Pflege, Schutz und laufenden Betrieb. In Rheinland-Pfalz läuft dazu nun ebenfalls eine Debatte. Die Domkapitel betonen aber, dass ihre Gotteshäuser weiter vor allem Orte des Gebets und der Ruhe bleiben sollen.

Mainz: Hohe Kosten, aber kein Eintritt geplant

Im Mainzer Domkapitel sei ein Eintrittsgeld nach Angaben von Domdekan Henning Priesel „nie favorisiert“ worden. Zwar sei nach der Kölner Entscheidung erneut beraten worden. Einen konkreten Ansatz für Eintritt gebe es derzeit aber nicht.

Als Grund nennt Priesel auch den hohen Aufwand. Nötig wären Technik, zusätzliches Personal, Konzepte für Ein und Ausgänge sowie Sicherheitslösungen. Dafür müsste zunächst investiert werden.

Die laufenden Kosten sind trotzdem erheblich. Nach Angaben des Domdekans kostet der tägliche Betrieb des Mainzer Doms rund 15.000 Euro. Darin enthalten sind Personal, Reinigung, Betrieb, Wartung und Veranstaltungen. Bei im Schnitt 750.000 Besuchern im Jahr würde schon ein Euro pro Person einen großen Teil dieser Kosten abfedern.

Spenden und Mitgliedschaften als Alternative

Trotz des Finanzdrucks hält Mainz am offenen Zugang fest. Besucher könnten ihre Wertschätzung über Spenden zeigen. Zudem verweist das Domkapitel auf Möglichkeiten wie eine Zustiftung zur Domstiftung oder eine Mitgliedschaft in Fördervereinen. Solche festen Beiträge seien wirtschaftlich planbarer.

Speyer: Einzelne Bereiche kosten bereits seit Jahren

Im Speyerer Dom gibt es nach Angaben von Domdekan Georg Müller keine Pläne für einen allgemeinen Eintritt. Kostenpflichtig sind dort allerdings schon seit Jahrzehnten einzelne Bereiche.

Dazu zählen laut Domkapitel die Krypta mit Zugang zu den Kaisergräbern sowie der Kaisersaal mit Zugang zum Südwestturm. Die Einnahmen sollen zum Bauunterhalt beitragen und Besucherströme steuern.

Für den Erhalt des Unesco Welterbes werden in Speyer nach Angaben des Domkapitels jährlich durchschnittlich rund eine Million Euro aufgewandt. Wegen steigender Baukosten werde die Finanzierung schwieriger.

Trier und Worms schließen Eintritt derzeit aus

Auch Trier bleibt bei seiner Linie. Das Domkapitel plane keinen Eintritt für touristische Besuche im Dom, teilte eine Sprecherin mit.

Ähnlich äußert sich die Dompfarrei in Worms. Dort gebe es keine entsprechenden Pläne. Dompropst Tobias Schäfer betont, der Dom solle vor allem als Gotteshaus wahrgenommen werden und allen Menschen offen stehen. Zudem seien die Verhältnisse mit Köln nicht vergleichbar.

Während der Kölner Dom rund sechs Millionen Besucher im Jahr zählt, kommt Worms nach Angaben der Pfarrei auf etwa 300.000 bis 400.000 Gäste. Der organisatorische und personelle Aufwand eines Eintrittssystems stünde dort in keinem Verhältnis zu den erwartbaren Einnahmen.

St. Stephan in Mainz prüft die Lage wegen hoher Lasten

Auch für die katholische Kirche St. Stephan in Mainz mit ihren Chagall Fenstern ist derzeit kein Eintritt vorgesehen. Nach Angaben von Dompräbendat Thomas Winter sei über diese Möglichkeit im Verwaltungsrat wegen der hohen Unterhaltskosten allerdings mehrfach gesprochen worden.

St. Stephan steht vor einer umfassenden Innenrenovierung. Die Kosten werden noch ermittelt. Die laufenden Ausgaben werden derzeit vor allem durch Ehrenamt sowie den Verkauf von Schriften und Postkarten gedeckt. Rücklagen könnten nicht gebildet werden.

An starken Wochenenden im Frühjahr und Sommer besuchen nach Angaben Winters bis zu 1.000 Menschen die Kirche. Viele kämen wegen der Chagall Fenster und der besonderen Atmosphäre des Gotteshauses. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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