Ehrung in Koblenz: Hotel Rittersturz wird Demokratie-Ort
- Das Hotel wurde inzwischen abgerissen. (Archivbild)
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Koblenz. Für Besucherinnen und Besucher wird der Rittersturz in Koblenz damit noch deutlicher als Erinnerungsort markiert: Der rheinland-pfälzische Landtag hat das inzwischen abgerissene Hotel Rittersturz als „Ort der rheinland-pfälzischen Demokratiegeschichte“ ausgezeichnet. Landtagspräsident Matthias Lammert würdigte die Bedeutung des Ortes und der Konferenz bei einer Veranstaltung im Forum Confluentes am 15. September.
Warum der Rittersturz für die Demokratie wichtig ist
Auf dem Aussichtspunkt hoch über dem Rhein stand einst das Hotel „Rittersturz“. Dort kamen in der Nachkriegszeit vom 8. bis 10. Juli die Ministerpräsidenten zusammen. Bei dieser Konferenz wurden der Grundstein für die Bundesrepublik Deutschland und das Grundgesetz gelegt. Lammert sagte dazu: „Zugespitzt könnte man sagen: Ohne die Konferenz von Koblenz wäre es mit der Bundesrepublik vielleicht ganz anders gekommen.“
Was heute an das Hotel erinnert
Das frühere Hotel stand an einem steil zum Rhein abfallenden Aussichtspunkt. Der Ort trägt seinen Namen nach einer Legende: Ein Ritter soll sich aus Liebeskummer den Fels hinuntergestürzt haben. Das Tagungshotel mit dem auffälligen Treppengiebel wurde vor mehr als 50 Jahren wegen mangelnder Standsicherheit abgerissen. Heute erinnert ein Denkmal an das Gebäude und an die Konferenz.
Auszeichnung wird zweimal jährlich vergeben
Der Landtag vergibt die Auszeichnung zweimal im Jahr. Zuvor wurden auch das Hambacher Schloss und die Fruchthalle in Kaiserslautern als Orte der Demokratiegeschichte ausgezeichnet. Für die Region stärkt die Ehrung den historischen Blick auf Koblenz und auf die Entstehung demokratischer Strukturen in Rheinland-Pfalz. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |