Diskriminierung von Sinti und Roma: Bildung soll gegensteuern

Die Verantwortlichen der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) wollen die Schulen mehr in die Aufklärungsarbeit miteinbeziehen.  | Foto: Bernd Glebe/dpa
  • Die Verantwortlichen der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) wollen die Schulen mehr in die Aufklärungsarbeit miteinbeziehen.
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Mainz. Diskriminierung und Beleidigungen gegen Sinti und Roma werden in Rheinland Pfalz häufiger gemeldet. Die Melde und Informationsstelle Antiziganismus registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 100 Vorfälle. Das sind 41 mehr als im Jahr davor.

Nach Angaben der Meldestelle dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen. Viele Betroffene hätten Angst vor negativen Konsequenzen oder misstrauten staatlichen Stellen. Auch strafrechtlich relevante Vorfälle würden deshalb oft nicht angezeigt, sagte MIA Vorstand Christian Kling in Mainz. Zudem nehme die feindselige Stimmung in Teilen der Gesellschaft zu.

Mehr Aufklärung über Sinti und Roma gefordert

Der Antiziganismusbeauftragte des Landes Rheinland Pfalz, Michael Hartmann, sieht vor allem in der Bildung einen wichtigen Ansatz. Minderheiten sollten stärker sichtbar werden. Dazu gehöre auch, das Thema Antiziganismus sowie Geschichte und Kultur der Sinti und Roma stärker in Schulplänen zu verankern.

Lehrkräfte müssten bereits in der Ausbildung und später durch Fortbildungen sensibilisiert werden. Nach Einschätzung Hartmanns gibt es in der Gesellschaft weiterhin viel Unwissen über die Minderheiten.

Meldestelle arbeitet unabhängig

Die Melde und Informationsstelle Antiziganismus gibt es in Rheinland Pfalz seit 2022. Betroffene können Vorfälle telefonisch, online oder persönlich melden. Die Angaben werden anonymisiert. Finanziert wird die Arbeit jeweils zur Hälfte vom Land und vom Bund.

Neben Rheinland Pfalz existieren inzwischen weitere regionale Meldestellen, unter anderem in Bayern, Berlin, Hessen, Schleswig Holstein und Sachsen.

Bundesweit wurden im Jahr 2024 insgesamt 1678 Vorfälle gemeldet. Neue Zahlen für das vergangene Jahr sollen in Kürze veröffentlicht werden. Wichtig sei, dass in den Anlaufstellen auch Angehörige der Minderheiten arbeiten. Das stärke das Vertrauen der Betroffenen, erklärte MIA Bundesgeschäftsführer Guillermo Ruiz. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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