Bundeswehr in Sigmaringen: Kaserne startet am Donnerstag

In die Graf-Stauffenberg-Kaserne sollen wieder Soldaten einziehen. (Archivbild) | Foto: Thomas Warnack/dpa
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Sigmaringen. Für die Menschen in Sigmaringen wird die frühere Graf-Stauffenberg-Kaserne ab Donnerstag, 1. Oktober, wieder zum Bundeswehrstandort. Nach Jahren ohne militärische Nutzung ist der Weg für die Rückkehr der Soldaten frei.

Grundlage ist eine politische Absichtserklärung. Vertreter des Verteidigungsministeriums, der Stadt Sigmaringen, des baden-württembergischen Justizministeriums und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben legten darin fest, wie die Liegenschaft wieder genutzt werden soll.

Landeserstaufnahmestelle bleibt zunächst auf dem Areal

Auf dem Gelände der früheren Kaserne befindet sich weiterhin eine Landeserstaufnahmestelle. Nach Angaben von Bürgermeister Marcus Ehm von der CDU bleibt die Einrichtung voraussichtlich mindestens bis Ende des Jahres dort. Baden-Württembergs Justizminister Moritz Oppelt von der CDU sagte bei der Veranstaltung: „Für das Land Baden-Württemberg hat der Aufwuchs der Bundeswehr Priorität eins.“ Solange die Bundeswehr nicht die vollständige Liegenschaft benötigt, soll die Erstaufnahmestelle weiter betrieben werden.

Nach Angaben des Justizministeriums liegt die durchschnittliche Belegung der Einrichtung in diesem Jahr bei rund 300 Personen. Für die Stadt bedeutet die neue Nutzung damit zunächst ein Nebeneinander von Bundeswehr-Aufbau und laufender Unterbringung.

Auch der frühere Übungsplatz ist für die Bundeswehr wichtig

Das für die Bundeswehr interessante Gesamtareal umfasst das Kasernengelände einschließlich des früheren Standortübungsplatzes. Dort soll wieder Raum für die Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten entstehen. Sigmaringen gehört zu bundesweit fünf Standorten, an denen vorbereitende Schritte für eine militärische Wiedernutzung eingeleitet wurden.

Der letzte Soldat hatte die Graf-Stauffenberg-Kaserne im Jahr der Schließung verlassen. Vor dem Aus des Standorts gab es in Sigmaringen zwischen 2.500 und 3.000 Dienstposten.

Neben Sigmaringen sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums weitere frühere Kasernen samt Übungsplätzen für neue Wehrdienstleistende vorbereitet werden:

  • Unteroffizier-Krüger-Kaserne in Kusel in Rheinland-Pfalz
  • Kurpfalz-Kaserne in Speyer in Rheinland-Pfalz
  • Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest in Nordrhein-Westfalen
  • US-Kasernengelände Ray Barracks in Friedberg in Hessen

Alle Liegenschaften sollen laut Verteidigungsministerium dem Heer zugeordnet werden.

Neuer Wehrdienst erhöht den Bedarf an Standorten

Hintergrund ist die geplante Vergrößerung der Bundeswehr. Das Verteidigungsministerium hatte im Herbst die Umwandlung ehemaliger Militärstandorte ausgesetzt. Für fünf Liegenschaften, die grundsätzlich als geeignet gelten, wurden anschließend weitere Schritte eingeleitet.

Seit 1. Januar gilt der neue Wehrdienst auf freiwilliger Basis. Alle volljährig werdenden Männer und Frauen erhalten Fragebögen, mit denen Eignung und Motivation für die Bundeswehr erhoben werden. Junge Männer müssen den Bogen ausfüllen, für junge Frauen ist das freiwillig.

Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und geänderte Nato-Ziele. Die aktive Truppe soll auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Zusätzlich sind 200.000 Männer und Frauen in der Reserve vorgesehen. Werden die Zielkorridore verfehlt, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden. [dpa/red]

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dpa content aus Ludwigshafen

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