BGE-Bewertung im Südwesten: Diese Regionen sind im Fokus
- Wohin mit dem Atommüll? Die Suche nach einem Endlager in Deutschland geht weiter. (Symbolbild)
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Baden-Württemberg. Für Menschen in den bislang geprüften Regionen ändert sich zunächst nichts: Die Flächen sind noch keine Endlagerstandorte. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt am Dienstag, 27. Oktober, ihren aktuellen Arbeitsstand zur Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll vor.
Deutschland benötigt ein solches Lager, obwohl die letzten Atomreaktoren im April 2023 abgeschaltet wurden. Rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Abfälle aus mehr als 60 Jahren Atomkraft lagern derzeit in 16 oberirdischen Zwischenlagern. Seit 2017 läuft die Suche nach einem Standort, der den Müll für eine Million Jahre sicher einschließen soll.
Diese Regionen im Land werden weiter geprüft
Nach bisherigen BGE-Prüfungen liegen mögliche Gebiete vor allem in drei Räumen:
- im nördlichen und südlichen Schwarzwald
- im Raum Ulm und auf Teilen der Schwäbischen Alb
- in der Kurpfalz bei Heidelberg
Dazu zählen unter anderem Flächen im Alb-Donau-Kreis, zwischen Lautenbach im Ortenaukreis und Bad Wildbad im Nordschwarzwald sowie von Alpirsbach im Kreis Freudenstadt bis in den südlichen Schwarzwald. Die exakten Abgrenzungen veröffentlicht die BGE in ihrem Online-Kartenportal.
Der übrige Teil Baden-Württembergs kommt nach Angaben der BGE geologisch nicht für ein sicheres Endlager infrage. Anfang November 2025 hatte die Gesellschaft bundesweit noch rund 25 Prozent der Landesfläche als geeignet oder noch nicht abschließend bewertet eingestuft.
Geologie entscheidet über die Eignung
Ein Endlager soll je nach Gestein in einer Tiefe von etwa 300 Metern bis einem Kilometer entstehen. Zulässig sind nach dem Standortauswahlgesetz nur drei Wirtsgesteine: Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein wie Granit. Entscheidend sind unter anderem Stabilität und eine möglichst geringe Wasserdurchlässigkeit. So soll verhindert werden, dass radioaktive Stoffe über Wasser transportiert werden.
Vorauswahl ist noch keine Standortentscheidung
Die bisher ausgewählten Flächen haben lediglich erste Kriterien erfüllt. Sie müssen sich im bundesweiten Vergleich noch gegen andere Gebiete durchsetzen. Ende 2027 will die BGE fünf bis zwölf Regionen für eine oberirdische Erkundung vorschlagen. Über diese Auswahl entscheidet der Gesetzgeber.
In der benachbarten Schweiz ist die Suche weiter fortgeschritten. Bei Nördlich Lägern im Kanton Zürich soll nahe Hohentengen am Hochrhein ein Tiefenlager entstehen. Dort ist die Einlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle ab 2050, hochradioaktiver Abfälle ab 2060 vorgesehen. Eine endgültige Standortentscheidung für Deutschland erwartet das Bundesumweltministerium bis 2050. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |