Angst vor dem Dienst: Pflegekräfte berichten von Gewalt im Klinikalltag in Trier
- Die junge Frau muss öfter mit Beleidigungen umgehen.
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Pflege. Im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier spitzt sich die Lage in der Zentralen Notaufnahme zu. Pflegekräfte berichten von Beleidigungen und Bedrohungen im Arbeitsalltag. Das Haus reagiert mit einem bundesweit besonderen Projekt.
Pflegefachfrau Merret Olthoff erlebt Anfeindungen fast täglich. Patientinnen, Patienten und Angehörige reagierten aggressiv, wenn es nicht schnell genug gehe oder Erwartungen an die Behandlung nicht erfüllt würden. In psychischen Ausnahmesituationen oder unter Drogeneinfluss komme es auch zu körperlichen Übergriffen.
Lange Wartezeiten als Auslöser
Die Klinikleitung sieht wachsenden Frust als Hauptgrund. Geschäftsführer Christian Sprenger erklärt, dass durch weniger Anlaufstellen und den Wegfall des ärztlichen Bereitschaftsdienstes mehr Menschen in die Notaufnahme kämen. Viele davon seien medizinisch nicht zwingend dort richtig. Lange Wartezeiten verstärkten Konflikte.
Psychologische Hilfe direkt vor Ort
Seit Oktober unterstützt ein neues Angebot Mitarbeitende sowie Patienten und Angehörige. Psychologinnen sind zeitweise in der Ambulanz präsent oder werden bei eskalierenden Situationen hinzugezogen. Laut Pflegedienstleitung reichten oft kurze Gespräche, um Spannungen abzubauen.
- Unterstützung für Pflegekräfte nach Bedrohungen
- Deeskalation bei aggressiven Situationen
- Begleitung von Angehörigen in akuten Krisen
Angst vor dem Dienst
Trotz Sicherheitsdienst bleiben verbale Entgleisungen nicht aus. Eine Drohung durch einen Angehörigen habe Mitarbeitende zuletzt stark belastet. Psychotherapeutin Esther Hilterscheid warnt vor Folgen wie Schlafstörungen oder Angst vor der Arbeit. Eine interne Umfrage zeigt, dass 39 Prozent der Beschäftigten bereits verbale oder körperliche Gewalt erlebt haben.
Bundesweit besonderes Modell
Das Projekt gilt als deutschlandweit ungewöhnlich. Drei Psychologinnen teilen sich die Aufgabe. Ziel ist es, die mentale Gesundheit des Personals zu stärken und die Versorgung in der Notaufnahme zu stabilisieren. Die emotionale Belastung durch schwere Schicksalsschläge wie tödliche Unfälle bleibe hoch.
Die Klinikleitung betont, dass solche Bausteine helfen können, Mitarbeitende zu halten. Respekt im Umgang mit Pflegekräften sei dabei entscheidend. dpa/red
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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