Abschied aus Stuttgart: Kretschmann klagt über „nervige“ Fragen

Keiner hat Baden-Württemberg länger regiert: Winfried Kretschmann. | Foto: Katharina Kausche/dpa
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Stuttgart. Für Beobachter der Landespolitik endet eine feste Routine. Baden Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat nach seiner letzten Kabinettssitzung offen über seine Erfahrungen mit der wöchentlichen Landespressekonferenz gesprochen.

Der 77 Jahre alte Grünen Politiker räumte ein, dass ihn die regelmäßigen Fragerunden von Journalisten oft belastet hätten. Die „Fragerei zu allem und jedem“ habe ihn mitunter genervt. Jede Woche werde man dort „durch den Fleischwolf gedreht“, sagte Kretschmann.

Große Präsenz durch die wöchentliche Pressekonferenz

Gleichzeitig habe das Format auch Vorteile gehabt. Die regelmäßigen Auftritte hätten dafür gesorgt, dass er ständig in der Öffentlichkeit präsent gewesen sei. Das habe seinen Bekanntheitsgrad deutlich erhöht.

Nach Angaben des Staatsministeriums leitete Kretschmann seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011 mehr als 500 Kabinettssitzungen. Im Anschluss stellte er sich jeweils den Fragen der Medien. Eine derart regelmäßige Pressekonferenz nach Kabinettssitzungen ist in dieser Form in anderen Bundesländern eher unüblich.

„Fettnäpfchen sind gut verteilt“

Ganz entspannt sei er jedoch selten in die Termine gegangen. „Die Fettnäpfchen sind gut verteilt“, sagte Kretschmann rückblickend. Trotzdem könne er sich nicht erinnern, bei einer Frage einmal innerlich ausgerastet zu sein.

Ärgerlich sei es für ihn allerdings gewesen, wenn Informationen aus dem Regierungsbetrieb vorab an die Öffentlichkeit gelangten. Wenn solche Details durchgestochen würden und er anschließend dazu Stellung nehmen müsse, könne das gutes Regieren behindern.

Nachfolger soll am 13. Mai gewählt werden

Mit dem Ende seiner Amtszeit verabschiedet sich Kretschmann auch von diesem festen Termin im politischen Kalender. Ganz vermissen werde er die Pressekonferenz nicht. „Sonst hätte ich ja nicht aufgehört“, sagte der Regierungschef.

Die Begegnungen mit vielen Journalisten würden ihm jedoch fehlen. Einige kenne er seit vielen Jahren.

Zum neuen Ministerpräsidenten soll am Mittwoch, 13. Mai, der Grünen Politiker Cem Özdemir gewählt werden. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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