Trinkwasser-Warnung in Möglingen: Unbekannte Substanz im Netz
- Im Wohngebiet «Löscher» sollen Anwohner das Trinkwasser zurzeit nicht zum Trinken, Kochen oder Duschen verwenden. (Symbolbild)
- Foto: Felix Kästle/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Möglingen. Im Wohngebiet „Löscher“ in Möglingen dürfen mehrere tausend Menschen ihr Leitungswasser derzeit nicht normal nutzen. Grund ist eine Verunreinigung des Trinkwassers. Polizei und Gemeinde untersuchen, wie eine bislang unbekannte Substanz in das System gelangen konnte.
Nach Angaben der Behörden wurde am Donnerstag, 2. April, am Nachmittag eine größere Menge einer unbekannten Flüssigkeit illegal in einem Nebenschacht im Bereich des Wasserturms entsorgt. Aufsteigende Dämpfe gelangten anschließend in einen Wasserbehälter. Von dort aus verteilte sich die Verunreinigung im Netz, bevor sie entdeckt wurde.
Betroffen sind nach ersten Angaben etwa 3000 bis 4000 Einwohner. Laut Gemeinde gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass die Flüssigkeit gezielt zur Verunreinigung des Trinkwassers ausgebracht wurde. Die Polizei bittet dennoch um Hinweise von Personen, die rund um den Wasserturm Beobachtungen gemacht haben.
Nur bestimmte Straßen betroffen
Das Trinkwassernetz in Möglingen ist in mehrere Versorgungszonen aufgeteilt. Deshalb lässt sich genau nachvollziehen, welche Haushalte möglicherweise kontaminiertes Wasser erhalten haben. Eine Liste der betroffenen Straßen hat die Gemeinde auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Für Bewohner in anderen Zonen besteht nach bisherigen Tests keine Gefahr. Meldungen über verletzte oder erkrankte Menschen liegen bislang nicht vor.
Leitungswasser nur eingeschränkt nutzbar
Im betroffenen Gebiet darf Leitungswasser aktuell nur eingeschränkt verwendet werden. Die Gemeinde nennt folgende Regeln:
- Leitungswasser nur für die Toilettenspülung nutzen
- Nicht trinken
- Nicht zum Kochen oder Zähneputzen verwenden
- Nicht zum Duschen oder Waschen nutzen
- Abkochen reicht nicht aus, um die Verunreinigung zu beseitigen
Damit die Versorgung gesichert bleibt, gibt die Gemeinde im Bürgerhaus kostenlos Trinkwasser für betroffene Haushalte aus. Wie lange die Einschränkungen dauern, ist noch unklar. Die Untersuchungen zur unbekannten Substanz laufen weiter. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |