Tragödie in Schorndorf: Kleinkind stirbt allein im Auto
- Die Polizei ermittelt wegen des toten Kindes.
- Foto: Jason Tschepljakow/dpa
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Schorndorf. Nach dem Tod eines Kleinkinds in einem geparkten Auto beschäftigt der Fall viele Menschen in Baden Württemberg. In Schorndorf ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Mutter des Kindes. Noch ist unklar, warum das Mädchen sterben musste.
Die etwa 20 Monate alte Tochter war nach bisherigen Erkenntnissen am Mittwoch, 17. Juni, über mehrere Stunden allein in einem Wagen zurückgelassen worden. Am Nachmittag entdeckte die 44 Jahre alte Mutter ihr Kind leblos im Auto. Ein Notarzt und der Rettungsdienst versuchten sofort, das Mädchen wiederzubeleben. Das Kind starb jedoch noch am Fundort.
Ermittlungen gegen die Mutter
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Mutter hat einen Rechtsbeistand eingeschaltet und ist bislang nicht von der Polizei vernommen worden. Ob und in welcher Form sie sich äußern wird, ist nach Angaben der Ermittler offen.
Weitere Hinweise zu den genauen Todesumständen erhoffen sich Polizei und Staatsanwaltschaft von einer Obduktion. Die Untersuchung der Leiche ist für Freitag, 19. Juni, angesetzt. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob große Hitze im Auto eine Rolle gespielt hat oder ob andere gesundheitliche Ursachen möglich sind.
Ermittler rekonstruieren den Tag
Für die Polizei ist nun entscheidend, den Ablauf des Tages genau nachzuvollziehen. Dazu gehört auch die Frage, wo sich die Mutter aufgehalten hat und wie es dazu kommen konnte, dass das Kind im Wagen blieb. Zu diesen Punkten machten die Behörden zunächst keine Angaben.
Bekanntes Phänomen in der Forschung
Fachleute kennen Fälle, in denen Eltern ihre Kinder im Auto vergessen. In der Forschung wird dies als „Vergessenes Baby Syndrom“ beschrieben. Der US Psychologieprofessor David M. Diamond erklärt, dass Stress, Schlafmangel oder veränderte Tagesabläufe das Risiko erhöhen können. Gewohnte Wege wie die Fahrt zur Arbeit würden dann im Gehirn automatisch ablaufen. Dadurch könne eine falsche Erinnerung entstehen.
Trauer und Fassungslosigkeit in der Stadt
Die Nachricht sorgt in Schorndorf für große Betroffenheit. Viele Menschen reagieren mit Unverständnis, dass ein Kind bei hohen Temperaturen im Auto zurückgelassen wurde. Andere versuchen, den enormen Druck im Alltag zu bedenken, der zu folgenschweren Fehlern führen kann.
Auch an die Einsatzkräfte wird gedacht. Für Rettungssanitäter und Notärzte gehören solche Einsätze zu den besonders belastenden Situationen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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