Todesfall nach Polizeieinsatz: Ermittlungen gegen Beamte
- Ein 37-Jähriger ist nach einem Polizeieinsatz in Duisburg im Krankenhaus gestorben. Staatsanwaltschaft Duisburg und Polizei Düsseldorf ermitteln unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.
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Duisburg. In der Nacht auf Sonntag, 19. Juli, sind Einsatzkräfte zu einer Wohnung an der Essenberger Straße gerufen worden, nachdem dort Schreie aus dem Badezimmer zu hören waren.
Dort hatte sich ein 37-jähriger Gast des Mieters eingeschlossen. Nach Angaben der Polizei Duisburg schrie der Mann laut, beschädigte bei unkontrollierten Bewegungen das Mobiliar und reagierte nicht auf beruhigende Ansprache. Die Beamten verschafften sich Zugang zum Badezimmer und legten ihm aus Gründen der Eigensicherung und zu seinem Schutz zunächst Hand- und Fußfesseln an. Gleichzeitig wurden ein Notarzt und ein Rettungswagen alarmiert.
Im weiteren Verlauf verlor der 37-Jährige das Bewusstsein. Einsatzkräfte und Rettungsdienst reanimierten den Mann zunächst erfolgreich. Er kam anschließend in ein Krankenhaus, wo er wenig später starb. Die Ermittlungen führt nun das Polizeipräsidium Düsseldorf unter Leitung der Staatsanwaltschaft Duisburg.
Der Leichnam wurde am Montag, 20. Juli, in der Rechtsmedizin Duisburg obduziert. Nach dem vorläufigen Ergebnis ist von einer todesursächlichen Hypoxie auszugehen. Außerdem gibt es Anhaltspunkte für eine Intoxikation. Für eine abschließende Bewertung müssen weitere Gutachten abgewartet werden, insbesondere histologische und toxikologische Untersuchungen.
Weil ein Zusammenhang mit der Fesselung in Bauchlage nicht ausgeschlossen werden kann, wird gegen sechs mutmaßlich beteiligte Polizeibeamte wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Gegen zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen ermittelt.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |