Prozess um Millionenerbe in Limburg: Notar angeklagt
- Vor dem Landgericht Limburg hat ein nicht alltäglicher Prozess gegen einen Juristen mit Doktortitel begonnen. (Archivbild)
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Limburg. Vor dem Landgericht Limburg muss sich ein früherer Notar wegen des Vorwurfs verantworten, das Millionenerbe einer 88-jährigen Mandantin erschlichen zu haben.
Die Anklage wirft dem 49-jährigen Rechtsanwalt besonders schweren Betrug und Urkundenfälschung vor. Die Seniorin wollte ihr Erbe nach den Angaben der Anklage ursprünglich einem Kloster in Eibingen im Rheingau, einer Kirchengemeinde in ihrem Wohnort Braunfels und ihren Nachbarn zukommen lassen.
Erbvertrag statt Testament?
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der damalige Notar im Jahr 2023 keinen Testamententwurf, sondern einen unanfechtbaren Erbvertrag vorbereitet haben. Er soll ein Dokument manipuliert und die Frau zur Unterschrift bewegt haben, sodass er als Alleinerbe eingesetzt worden sei.
Zum Nachlass sollen mehr als 975.000 Euro sowie ein Grundstück im Wert von 250.000 Euro gehört haben. Die 88-Jährige starb später in einem Pflegeheim in Horbach im nördlichen Rheinland-Pfalz.
Angeklagter äußert sich zunächst nicht zu Vorwürfen
Beim Prozessauftakt erklärte Verteidiger Alfred Dierlamm, sein Mandant wolle sich vorerst nur zu seinem Lebenslauf äußern. Eine Stellungnahme zu den Tatvorwürfen behalte er sich für einen weiteren Verhandlungstag vor. Der Angeklagte sagte, er arbeite weiterhin als Rechtsanwalt in einer Kanzlei gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau, die ebenfalls Anwältin ist.
Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatte sich der Angeklagte im Ermittlungsverfahren bereits zu den Vorwürfen geäußert. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |