Prozess nach tödlichem E‑Scooter‑Unfall in Frankfurt gestartet
- Der Angeklagte soll E-Rollerfahrer tödlich verletzt haben.
- Foto: Hannes P. Albert/dpa
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Frankfurt. Nach einem tödlichen E Scooter Unfall in der Frankfurter Innenstadt muss sich seit Montag, 29. Juni, ein 24 Jahre alter Autofahrer vor dem Landgericht verantworten. Zwei junge Männer starben nach dem Zusammenstoß. Ein weiterer Fahrer überlebte schwer verletzt.
In der warmen Sommernacht vom Samstag, 5. Juli, war eine Gruppe aus drei Männern und einer Frau mit E Scootern in der Innenstadt unterwegs. Laut Anklage wurden sie von einem Auto erfasst. Einer der 23 Jahre alten Zwillingsbrüder starb noch am Unfallort. Sein Bruder erlag wenige Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Staatsanwaltschaft wirft versuchten Mord vor
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24 Jahre alten Fahrer unter anderem fahrlässige Tötung sowie versuchten Mord vor. Nach Auffassung der Anklage soll er einen weiteren E Scooter Fahrer angefahren haben, um den ersten Unfall zu verdecken.
Der Angeklagte soll am Abend zuvor mit drei Bekannten am Main gewesen sein und Lachgas konsumiert haben. Anschließend fuhr er mit dem Auto seines Vaters durch Frankfurt. Auf der Mainzer Landstraße soll er mit rund 75 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Erlaubt sind dort 50 Kilometer pro Stunde.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft kam das Auto wegen der hohen Geschwindigkeit und des Rauschzustands von der Fahrbahn ab. Zunächst erfasste der Wagen den Roller mit den beiden Zwillingsbrüdern.
Mann auf Motorhaube mitgeschleift
Wenige Sekunden später wurde laut Anklage ein weiterer E Scooter Fahrer erfasst. Sein Roller geriet unter das Auto und wurde über die Straße geschleift. Der 27 Jahre alte Mann prallte auf die Motorhaube und durchschlug mit dem Kopf die Windschutzscheibe.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Fahrer rund 70 Meter weiterfuhr, während der Verletzte noch auf der Motorhaube lag. Erst danach stürzte der Mann auf die Straßenbahnschienen.
Der 27 Jährige überlebte schwer verletzt. Nach Angaben seines Anwalts musste ein Unterschenkel amputiert werden. Zudem leidet er bis heute unter schweren Verletzungen am Gehirn und an inneren Organen. Seine Vertretung fordert unter anderem mindestens 300000 Euro Schmerzensgeld und eine lebenslange Rente.
Angeklagter stellte sich später der Polizei
Nach dem Unfall entfernte sich der Fahrer zunächst vom Ort des Geschehens. Etwa vier Kilometer entfernt stellte er das stark beschädigte Auto ab und entfernte die Kennzeichen. Nach einem Telefonat mit seinem Vater kehrte er rund zwei Stunden später zurück und stellte sich der Polizei.
Neun Tage nach dem Unfall kam der Mann in Untersuchungshaft. Seine Verteidigung spricht von einer menschlichen Katastrophe für alle Beteiligten und verweist auf einen psychischen Ausnahmezustand des Angeklagten zum Zeitpunkt des Geschehens.
Die damals 24 Jahre alte Frau aus der Rollergruppe blieb körperlich unverletzt. Nach Angaben des Gerichts leidet sie jedoch so stark unter den psychischen Folgen des Geschehens, dass sie derzeit nicht als Zeugin aussagen kann.
Der Prozess vor der Schwurgerichtskammer soll nach aktueller Planung bis Mitte September dauern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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