Prozess in Freiburg: Früherer Friedhofsmitarbeiter soll Totenruhe 250 Mal gestört haben
- Auch die Ehefrau des Bestatters ist wegen Beihilfe angeklagt. (Archivbild)
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Freiburg. Der Schutz von Verstorbenen und ihrer Wertgegenstände steht ab Montag, 12. Oktober, im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Amtsgericht Freiburg. Ein 63 Jahre alter früherer Bestatter muss sich dort wegen schwerwiegender Vorwürfe verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in mindestens 250 Fällen die Totenruhe gestört und den Gewahrsam an Verstorbenen verletzt zu haben. In 50 Fällen lautet der Vorwurf zusätzlich auf Diebstahl. Seine 41 Jahre alte Ehefrau ist wegen Beihilfe angeklagt.
Mehr als acht Kilogramm Zahngold sollen verkauft worden sein
Nach Angaben des Gerichts war der Mann bis Ende Oktober beim Eigenbetrieb Friedhöfe der Stadt Freiburg beschäftigt. Über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren soll er seine Position genutzt haben, um Verstorbenen vor der vorgesehenen Einäscherung Zahngold, Füllungen und Kronen zu entnehmen. Dabei soll er teils grobe Gewalt und Werkzeuge eingesetzt haben.
- Mehr als acht Kilogramm Zahngold sollen entnommen und später verwertet worden sein.
- Hinzu kommen laut Anklage rund 360 Gramm Goldschmuck, außerdem Uhren und weitere Wertgegenstände.
- Für Zahngold und Schmuck sollen insgesamt knapp 250.000 Euro erlöst worden sein.
Die Ehefrau soll den späteren Verkauf von Zahngold und Schmuck zugesagt und sich teilweise selbst an den Entnahmen beteiligt haben. Zudem wird dem Mann vorgeworfen, Fotos eines weiblichen Mordopfers aufgenommen und an Dritte verschickt zu haben.
Ein Urteil könnte am Mittwoch, 14. Oktober, fallen. Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |