Prozess in Düsseldorf: Brüder wegen IS-Verdachts angeklagt
- Gegen die angeklagten Brüder besteht der Verdacht, von 2016 bis 2017 als Mitglieder der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) tätig gewesen zu sein.
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Düsseldorf. Vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf hat ein Prozess gegen zwei Brüder begonnen, denen eine Tätigkeit für die Terrormiliz Islamischer Staat vorgeworfen wird. Für Leser im Südwesten ist der Fall auch deshalb relevant, weil einer der Angeklagten aus Trier stammt.
Nach Angaben der Anklage soll der 47 Jahre alte Iraker aus Delbrück bei Paderborn zeitweise als Richter in einem Scharia-Komitee des IS eingesetzt gewesen sein. Sein 43 Jahre alter Bruder aus Trier soll demnach als IS-Kämpfer tätig gewesen sein.
Ermittlungen nach Geheimdienst-Hinweisen
Die Bundesanwaltschaft wirft beiden Männern vor, spätestens 2016 Mitglieder des IS geworden zu sein und bis 2017 für die Miliz gearbeitet zu haben. Zeitweise sollen sie derselben Einheit angehört haben. Ausgelöst wurden die Ermittlungen laut Mitteilung durch Hinweise von Geheimdiensten.
Beide Angeklagte machten zum Prozessauftakt nur Angaben zu ihren Personalien. Zu den Vorwürfen äußerten sie sich nicht.
Anklage stützt sich auf Datensätze und Gehaltslisten
Laut Anklage wurde der ältere Bruder für seine Dienste mit mehr als 3.000 US-Dollar bezahlt. Der jüngere Bruder soll mehr als 1.000 US-Dollar erhalten haben. Die Vorwürfe stützen sich den Angaben zufolge maßgeblich auf sichergestellte Datensätze und Gehaltslisten des IS.
Die Brüder sollen 2017 angesichts der militärischen Niederlage des IS geflohen sein und über Griechenland nach Deutschland gekommen sein.
Festnahme am 2. Dezember
Festgenommen wurden die Brüder am 2. Dezember. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft. Der Prozess ist derzeit bis Mitte September angesetzt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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