Haftbefehl in Karlsruhe abgelehnt: Video wirft Fragen auf
- Ein Bahn-Mitarbeiter stürzte aus dem Zug und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. (Symbolbild)
- Foto: Jens Kalaene/dpa
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Karlsruhe. Nach dem Angriff auf einen Bahnmitarbeiter in einem Regionalzug bei Karlsruhe gibt es neue Entwicklungen. Das Amtsgericht Karlsruhe hat den beantragten Haftbefehl gegen einen 36 Jahre alten Verdächtigen abgelehnt.
Nach Angaben des Gerichts hat ein Überwachungsvideo der Bahn Zweifel am konkreten Tatablauf aufkommen lassen. Das sei ein wesentlicher Grund für die Entscheidung gewesen. Welche Erkenntnisse sich genau aus den Aufnahmen ergeben, teilte das Gericht nicht mit.
Der 26 Jahre alte Sicherheitsmitarbeiter war nach einer eskalierten Ticketkontrolle aus einem Regionalzug in Richtung Karlsruhe gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Nach bisherigen Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 36-Jährige den Mitarbeiter geschlagen und getreten haben. Während des Gerangels gab die Zugtür nach. Der Bahnmitarbeiter fiel durch einen Spalt aus dem Zug, der mit rund 120 Stundenkilometern unterwegs war.
Gericht sieht keinen dringenden Tatverdacht
Der Haftrichter hatte das Video laut Amtsgericht kurz nach der Anhörung des Beschuldigten gesehen. Die Aufnahmen hätten Zweifel am Ablauf des Geschehens ergeben. Die weiteren Ermittlungen dazu dauerten an.
Nach Einschätzung des Gerichts fehlte damit der für einen Haftbefehl notwendige dringende Tatverdacht. Zudem habe sich herausgestellt, dass der Beschuldigte entgegen den Angaben im Haftbefehlsantrag einen festen Wohnsitz habe, familiär gebunden sei und einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe. Deshalb habe auch kein ausreichender Haftgrund wie Fluchtgefahr vorgelegen.
Staatsanwaltschaft hatte Untersuchungshaft beantragt
Der 36-Jährige war nach dem Angriff zunächst festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Untersuchungshaft wegen Körperverletzung beantragt. Das Amtsgericht lehnte den Antrag jedoch ab. Zum weiteren Stand der Ermittlungen könnten nur die Ermittlungsbehörden Auskunft geben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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