Große Betroffenheit nach Tod eines Patienten im Psychiatrischen Zentrum in Wiesloch
- Ein Patient im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden ist in der Nacht auf Montag bei einer Fixierung durch Polizisten gestorben. (Archivbild)
- Foto: Uli Deck/dpa
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Wiesloch. Nach dem Tod eines 34 Jahre alten Patienten im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden laufen Ermittlungen. Der Mann kollabierte während einer Fixierung durch Pflegekräfte und hinzugezogene Polizeibeamte und starb trotz Reanimation.
Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) zeigte sich nach dem Vorfall bestürzt. „Im PZN herrscht große Betroffenheit“, teilte die Pressestelle der „Rhein Neckar Zeitung“ mit. Die Einrichtung wolle die Ermittlungen vollständig unterstützen.
Polizei zur Unterstützung gerufen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Landeskriminalamts Baden Württemberg vom Montag, 18. Mai, hatte sich der Patient auf einer Station aggressiv verhalten. Mehrere Pflegekräfte und die Stationsärztin versuchten demnach zunächst, den Mann zu beruhigen und zu fixieren.
Weil er sich mit großer Kraft dagegen wehrte, wurde die Polizei Wiesloch zur Unterstützung gerufen. Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte sei zur Unterstützung des Pflegepersonals unmittelbarer Zwang angewendet worden, um den Patienten zu fixieren.
Während dieser Maßnahme kollabierte der Mann. Er musste reanimiert werden. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe wurde sein Tod festgestellt. Nach Behördenangaben war der 34 Jährige seit mehreren Wochen freiwillig in der Einrichtung untergebracht.
Ermittlungen wegen möglicher fahrlässiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sich Beteiligte der Fixierung wegen fahrlässiger Tötung strafbar gemacht haben könnten. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären. Ergebnisse lagen zunächst nicht vor. Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Baden Württemberg.
Der Fall erinnert an einen früheren Polizeieinsatz in der Region. Im Mai 2022 war ein psychisch kranker Mann in der Mannheimer Innenstadt während eines gewaltsamen Polizeieinsatzes zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Das Landgericht Mannheim sprach 2024 einen Polizisten frei. Ein zweiter Beamter wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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