Erneuter Eklat im Prozess in Ulm: Angeklagte in Saal getragen

Keiner der Angeklagten betrat den Gerichtssaal diesmal zu Fuß. (Archivbild) | Foto: Julian Rettig/dpa
  • Keiner der Angeklagten betrat den Gerichtssaal diesmal zu Fuß. (Archivbild)
  • Foto: Julian Rettig/dpa
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Ulm. Im Prozess um einen Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm ist es am dritten Verhandlungstag erneut zu ungewöhnlichen Szenen gekommen. Mehrere Angeklagte ließen sich von Justizbeamten in den Gerichtssaal tragen, weil sie mit der Sitzordnung hinter Sicherheitsglas nicht einverstanden waren.

Nach Angaben der Verteidigung seien ihre Mandanten deshalb „unter Anwendung unmittelbaren Zwanges“ vorgeführt worden. Keine der fünf angeklagten Personen betrat den Saal aus eigener Kraft.

Eine angeklagte Person rollte auf einem Bürostuhl in den Saal. Vier weitere wurden von Justizbeamten an Händen und Füßen hineingetragen. Zuschauer im Saal reagierten mit Applaus. Der Prozess begann dadurch mit rund eineinhalb Stunden Verspätung.

Prozess kurz nach Beginn wieder unterbrochen

Kurz nach dem Start der Sitzung kam es zu einer weiteren Unterbrechung. Eine Verteidigerin beantragte den teilweisen Ausschluss der Öffentlichkeit während der Verlesung der Anklage.

Ihr Mandant befürchte, dass Details zur mutmaßlichen Tatmotivation sein Ansehen dauerhaft beschädigen könnten. Außerdem sehe er Risiken für seine Sicherheit während der Untersuchungshaft. Das Gericht unterbrach die Verhandlung für etwa eine halbe Stunde, um über den Antrag zu beraten.

Darum geht es im Ulmer Verfahren

Vor Gericht stehen fünf junge Pro Palästina Aktivisten aus Irland, Großbritannien, Spanien und Deutschland. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, in eine israelische Rüstungsfirma in Ulm eingebrochen zu sein und dort Inventar zerstört zu haben.

Der Schaden wird auf rund eine Million Euro geschätzt. Laut Anklage richtete sich die Aktion gegen die deutsche Tochter des israelischen Unternehmens Elbit Systems. In Ulm entwickelt und produziert die Firma militärische Kommunikationstechnik.

Den Angeklagten werden unter anderem Sachbeschädigung und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. dpa/red

LokalesAnzeige
Das Digital-Standard-Abo der RHEINPFALZ testen und online auf Artikel, Podcasts und Bildergalerien zugreifen. | Foto: DIE RHEINPFALZ
2 Bilder

Die digitale RHEINPFALZ testen: Nachrichten online und exklusive Inhalte für 1 Euro

Mit dem Digital-Standard-Abo der RHEINPFALZ nah an der Pfalz dran bleiben und online unterwegs und zu Hause aktuelle Nachrichten und exklusive Geschichten lesen.  Wer die Pfalz im Alltag nicht aus dem Blick verlieren möchte, findet bei der RHEINPFALZ aktuelle Nachrichten, exklusive Berichte und das Wichtigste aus der Region in einem kompakten Digital-Paket. So können Leserinnen und Leser das Neueste aufmerksam verfolgen und dabei flexibel, bequem und jederzeit auf Inhalte zugreifen. Zum...

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

Cornelia Bauer auf Facebook

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

79 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ