Ermittlungen nach Kindstod in Schorndorf: Obduktion soll Klarheit bringen
- Die Fassungslosigkeit in Schorndorf ist groß.
- Foto: Jason Tschepljakow/dpa
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Schorndorf. Nach dem Tod eines Kleinkindes in einem geparkten Auto laufen die Ermittlungen weiter. In Schorndorf setzen Polizei und Staatsanwaltschaft vor allem auf die Ergebnisse einer Obduktion, die klären soll, woran das einjährige Mädchen gestorben ist.
Das Kind war am Mittwoch, 17. Juni, am Nachmittag in einem Auto gefunden worden. Notarzt und Rettungsdienst versuchten sofort, das Mädchen wiederzubeleben. Die Einjährige starb jedoch noch am Fundort.
Gegen die 44 Jahre alte Mutter wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Laut Polizei ist sie auf freiem Fuß und wird von einem Anwalt vertreten.
Obduktion soll Todesursache klären
Nach Angaben der Ermittler hängt der weitere Verlauf des Verfahrens stark vom Ergebnis der Obduktion ab. Sie soll Hinweise darauf geben, ob Überhitzung, Austrocknung oder andere medizinische Faktoren zum Tod des Kindes geführt haben.
Forensische Untersuchungen könnten zudem helfen, den ungefähren Zeitpunkt des Todes zu bestimmen und mögliche andere Ursachen auszuschließen.
Aussage der Mutter noch offen
Die Mutter ist bislang noch nicht vernommen worden. Nach Angaben der Polizei besteht keine Pflicht, eine Aussage zu machen. Deshalb ist derzeit unklar, ob und wann sie sich zu dem Geschehen äußern wird.
Für die Ermittler steht vor allem die Rekonstruktion des Tages im Mittelpunkt. Dabei geht es unter anderem um mehrere Fragen.
- Wann wurde das Kind in das Auto gesetzt
- Welche Strecke wurde zuvor gefahren
- Wann und warum wurde der Wagen verlassen
Die Polizei sucht außerdem Zeugen, die das Fahrzeug oder die Mutter gesehen haben könnten.
Phänomen ist Forschern bekannt
Dass Kinder in Autos vergessen werden, ist nach Angaben von Wissenschaftlern kein Einzelfall. In der Forschung wird in solchen Fällen vom sogenannten „Forgotten Baby Syndrome“ gesprochen.
Der US Psychologe David M. Diamond erklärt, dass Stress, Schlafmangel oder Veränderungen im Alltag dazu führen können, dass Routineabläufe im Gehirn eine falsche Erinnerung erzeugen. Gewohnte Handlungen wie die Fahrt zur Arbeit würden dann quasi im Autopilot ausgeführt, während andere Aufgaben in den Hintergrund geraten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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