Ermittlungen in Böblingen: Wie kam das tote Baby in die Wäscherei?
- Einem Polizeisprecher zufolge war das Frühgeborene mit einem Gewicht von unter einem Kilogramm in der Klinik auf die Welt gekommen und dann verstorben.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Böblingen. Für Angehörige und Patienten in Böblingen steht weiter eine belastende Frage im Raum: Nach dem Verschwinden einer Babyleiche aus dem Kühlraum eines Krankenhauses gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse.
Die Polizei teilte am Sonntag, 12. Juli, mit, dass die Ermittlungen andauern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die sterblichen Überreste aus dem Kühlraum abhandenkommen konnten. Mehrere Tage später waren sie nach Polizeiangaben in einer Wäscherei entdeckt worden.
Polizei befragt berechtigte Personen
Nach Angaben eines Sprechers ist der Zugang zu dem Kühlraum nicht unbegrenzt. Deshalb wollen die Ermittler zunächst die Personen befragen, die dort berechtigt Zugang hatten. Außerdem soll geklärt werden, wann die Wäsche abgeholt wurde und wer sie mitgenommen hat. Gegen konkrete Personen richten sich die Ermittlungen derzeit laut Polizei nicht.
DNA-Test soll Identität eindeutig bestätigen
Nach dem bisherigen Stand hält die Polizei ein tragisches Versehen für wahrscheinlich. Demnach könnte der Leichnam in Laken übersehen und von Mitarbeitern der Wäscherei versehentlich mitgenommen worden sein. Zugleich werde in alle Richtungen ermittelt.
Noch offen ist auch, ob die gefundenen Überreste zweifelsfrei zu dem verschwundenen Frühgeborenen gehören. Dazu läuft eine DNA-Untersuchung. Hinweise darauf, dass es sich um ein anderes Kind handeln könnte, gibt es nach Angaben der Polizei bislang nicht. Ergebnisse lagen am Wochenende noch nicht vor.
Aufgefallen war das Verschwinden, als ein Bestatter den Leichnam aus dem Kühlraum des Krankenhauses abholen wollte. Das Kind war laut Polizei in dem Krankenhaus deutlich zu früh geboren worden und später gestorben.
Klinik kündigt interne Aufarbeitung an
Der Klinikverbund Südwest als Betreiber des Krankenhauses erklärte, man bedauere den Vorfall zutiefst. Besonders für die Eltern und Angehörigen sei die zusätzliche Belastung in dieser ohnehin schweren Zeit gravierend.
Nach Angaben des Unternehmens soll der Ablauf nun sorgfältig und lückenlos aufgeklärt werden. Der Klinikverbund unterstütze die Polizei und arbeite den Vorgang auch intern vollständig auf. Zudem solle das Verfahren im Umgang mit verstorbenen Kindern überprüft werden. Die Klinikdirektion stehe der Familie als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch die Seelsorge sei von Beginn an eingebunden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |