Anklage in Kröv: Statiker nach Hoteleinsturz vor Gericht
- Abrissarbeiten nach dem verheerenden Hoteleinsturz in Kröv.
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Kröv. Nach dem Hoteleinsturz mit zwei Toten in Kröv an der Mosel ist nun Anklage gegen einen Statiker erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem Ingenieur fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässige Körperverletzung in acht Fällen und Baugefährdung vor.
Dem Beschuldigten wird nach Angaben der Behörde vorgeworfen, die akute Einsturzgefahr des Gebäudes unter Missachtung seiner beruflichen Sorgfaltspflichten nicht erkannt zu haben. Zudem soll er keine ausreichenden Maßnahmen zur Verhinderung des Einsturzes ergriffen und nicht auf eine Einstellung des Hotelbetriebs hingewirkt haben.
Beschuldigter weist Vorwürfe zurück
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft bestreitet der Mann die Vorwürfe. Aus seiner Sicht sei der Einsturz nicht vorhersehbar gewesen. Er habe seine Auftraggeber darauf hingewiesen, dass er als Statiker im Fachgebiet Tragwerksstatik üblicherweise mit neu errichteten Bauwerken befasst sei. Die Anklagebehörde geht dagegen davon aus, dass der Beschuldigte die drohende Gefahr und den akuten Handlungsbedarf hätte erkennen müssen.
Einsturz am 6. August mit zwei Todesopfern
In dem Hotel war am 6. August abends ein komplettes Stockwerk in sich zusammengebrochen. Eine 64 Jahre alte Frau und der 59 Jahre alte Hotelbetreiber starben. Sieben Menschen waren teils über Stunden in den Trümmern eingeschlossen.
Gutachten nennt Überlastung der Altbausubstanz
Ein Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass das Gebäude wegen Materialversagens einstürzte. Demnach führte eine Aufstockung in den 1980er Jahren zu einer Überlastung der Altbausubstanz. Zuvor hatten sich erkennbare Risse gebildet. Der Hotelbetreiber hatte den Statiker damit beauftragt, diese Rissbildung zu prüfen.
Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft geriet das Gebäude durch Bauarbeiten unter Leitung des Statikers in einen labilen Zustand, der schließlich zum Einsturz führte. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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