Als Mädchen ausgegeben und Männer in Fallen gelockt: Haftstrafen für vier junge Täter

Die vier jungen Männer mussten sich seit Wochen vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. (Archivbild) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Sie gaben sich im Internet als minderjährige Mädchen aus und lockten Männer zu erfundenen Treffen. Das Landgericht Stuttgart hat vier junge Männer nun wegen schwerer Gewaltverbrechen zu teils mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt.

Nach Gerichtsangaben hatten sich die Angeklagten online als minderjährige Mädchen ausgegeben und Männer zu erfundenen Treffen gelockt. Dort bedrohten, missbrauchten und beraubten sie ihre Opfer in wechselnder Besetzung. Das Gericht sprach die vier unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs, Vergewaltigung und besonders schwerer räuberischer Erpressung schuldig.

Drei Angeklagte erhielten Jugendstrafen zwischen sechs Jahren und drei Jahren und drei Monaten. Ein vierter Angeklagter wurde zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Taten laut Gericht in Chatgruppe geplant

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatten sich die jungen Männer über Monate auf einer Dating-Plattform als Mädchen ausgegeben, um mit insgesamt 15 Opfern in Kontakt zu kommen. Bei den fingierten Treffen sollen sie unter anderem mit Messern, Pfefferspray, Schlagstöcken oder Schusswaffen bewaffnet gewesen sein.

Das Landgericht geht davon aus, dass das Quartett seine Taten in einer Chatgruppe organisierte. Der Kreis möglicher Beteiligter könnte noch größer sein. Nach früheren Angaben der Polizei werden 15 weitere Männer und drei Frauen verdächtigt, in unterschiedlicher Weise beteiligt gewesen zu sein.

Richter widerspricht Erzählung der Angeklagten

Unter dem Schlagwort „Pedo-Hunting“ kursieren ähnliche Vorgehensweisen selbst ernannter Pädophilen-Jäger in sozialen Netzwerken. Der Vorsitzende Richter stellte bei der Urteilsbegründung jedoch klar, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Opfer pädophil gewesen seien. Es habe sich um normale junge Männer gehandelt. Nach Einschätzung des Gerichts ging es den Tätern darum, Beute zu machen und Macht über ihre Opfer auszuüben. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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