11 Millionen Euro Schaden: Urteil nach Brand im Theater Ulm gefällt
- Der Mann wurde wegen Brandstiftung verurteilt. (Archivbild)
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Brandstiftung. In Ulm ist ein 42 Jahre alter Mann wegen eines Feuers im Lager des Theaters zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil des Landgerichts betrifft einen Brand mit Millionenschaden und langfristigen Folgen für den Kulturbetrieb der Stadt.
Nach Überzeugung der Kammer legte der Angeklagte Ende Juni in einer Lagerhalle des Theaters Ulm an mindestens vier Stellen Feuer. Der Vorsitzende Richter Michael Lang erklärte bei der Urteilsverkündung, der Mann habe gezielt einen passenden Zeitpunkt abgewartet. Eine Affekthandlung schloss das Gericht aus.
Das Gebäude brannte fast vollständig aus. Zerstört wurden große Teile des Theaterfundus. Nach Feststellungen des Gerichts entstand am Gebäude ein Schaden von rund 3,2 Millionen Euro. Der Schaden am Inventar lag bei mindestens 4,5 Millionen Euro.
Motiv nach Rauswurf aus dem Gebäude
Der 42-Jährige wollte sich nach Ansicht des Gerichts dafür rächen, dass er am Vortag aus dem Gebäude verwiesen worden war. Zusammen mit anderen wohnsitzlosen Menschen hatte er sich dort ein Übernachtungslager mit Gegenständen aus dem Fundus eingerichtet. Nachdem Theatermitarbeiter dies entdeckt hatten, wurden die Beteiligten vertrieben und wegen Einbruchs und Diebstahls angezeigt.
Aussagen stützen Urteil
Der Angeklagte äußerte sich vor Gericht nicht zur Tat. Das Landgericht stützte sich unter anderem auf die Aussage einer Obdachlosen, die ebenfalls im Fundus übernachtet hatte. Sie hatte bei der Polizei angegeben, der Mann habe den Brand zuvor angekündigt. Vor Gericht erschien die Zeugin jedoch nicht.
Der Angeklagte hatte früher erklärt, zur Tatzeit betrunken gewesen zu sein. Eine Beamtin der Bundespolizei bestätigte, ihn in der Brandnacht in der Nähe des Hauptbahnhofs alkoholisiert gesehen zu haben. Die Kammer sah darin jedoch keine verminderte Schuldfähigkeit.
Schwere Verluste für das Theater Ulm
Seit 2013 nutzte das Theater Ulm die ehemalige Paketposthalle am Bahnhof als Lager und für zwei Probebühnen. Durch den Brand wurden unter anderem rund 5.000 Möbelstücke und etwa 27.000 Kostüme zerstört. Darunter befanden sich historische Originale vom Barock bis ins 20. Jahrhundert.
Die Verwaltungsdirektorin des Theaters, Angela Weißhardt, sprach vor Gericht von unwiederbringlich verlorenen Schätzen. Um den Fundus wieder aufzubauen, seien Jahrzehnte nötig. Den Gesamtschaden für das Theater bezifferte sie auf rund elf Millionen Euro. Der Mann war Anfang Oktober festgenommen worden. dpa/red
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Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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