Zählstreit auf dem Wasen in Stuttgart: Zweifel an den alten Zahlen
- Umsatzplus, aber weniger Besucher? Nach dem Volksfest 2026 mit offiziell 2,5 Millionen Besuchern stellen die Veranstalter die Zahlen der Vorjahre infrage. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Stuttgart. Die Besucherzahl des diesjährigen Cannstatter Wasens liegt mit 2,5 Millionen deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Die Veranstalter zweifeln jedoch daran, ob die früheren Vergleichszahlen korrekt waren.
Die Veranstaltungsgesellschaft Stuttgart hatte für 2025 noch 4,2 Millionen Besucherinnen und Besucher gemeldet. Geschäftsführer Guido von Vacano sagte, die Rückmeldungen von Festwirten und Schaustellern passten nicht zu einem Rückgang um 1,7 Millionen Menschen. Die aktuelle Zahl sei so genau wie möglich erfasst worden.
Stuttgarts Wirtschafts- und Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) erklärte, die niedrigere Zahl habe die Verantwortlichen überrascht. Das Fest sei dadurch aber nicht schlechter. Für künftige Vergleiche gebe es nun eine neue Ausgangsbasis.
Kameras zählen seit 2024
Seit 2024 werden die Gäste an den Ein- und Ausgängen mit Kameras gezählt. Das jährlich 45.000 Euro teure System dient nach Angaben der Veranstalter vor allem der Sicherheit.
Schon nach dem Auftaktwochenende habe sich abgezeichnet, dass die Marke von vier Millionen Besucherinnen und Besuchern nicht erreicht werde. Zusätzliche manuelle Zählungen mit Klickern zeigten zwar Fehler bei der Kameraerfassung. Diese erklärten laut von Vacano aber nicht die gesamte Differenz zu den Vorjahren.
Festwirte und Schausteller sehen gute Saison
Die Festwirte berichteten von einem leichten Umsatzplus und mehr Anfragen für Feiern. Auch die Schausteller verwiesen auf ähnliche Werte wie in den Vorjahren, etwa beim Personaleinsatz, Stromverbrauch und Müllaufkommen. Bei tatsächlich 1,7 Millionen weniger Gästen hätte sich dies aus ihrer Sicht stärker bemerkbar machen müssen.
Der frühere Wasen-Abteilungsleiter Marcus Christen wies den Verdacht zurück, Besucherzahlen könnten in der Vergangenheit beschönigt worden sein. Es habe stets ein Zählsystem für Ein- und Ausgänge gegeben. Von Vacano betonte, für die weitere Planung müsse mit realen Daten gearbeitet werden. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |