Trend bei Mosel-Wein: Warum Kabinett jetzt gefragter ist
- Ein Kabinett ist ein gesetzlich gesch眉tzter Pr盲dikatswein. (Symbolbild)
- Foto: Harald Tittel/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Mosel. Leichte Weine mit weniger Alkohol rücken stärker in den Fokus. Vor allem an der Mosel und in anderen deutschen Anbaugebieten wächst nach Einschätzung von Fachleuten die Nachfrage nach Kabinett-Weinen.
Warum Kabinett derzeit auffällt
Nach Angaben des Deutschen Weininstituts passen Kabinett-Weine zum Trend zu bewussterem Genuss. Sie gelten als frisch, feinfruchtig und vergleichsweise alkoholarm. Besonders häufig werden Werte von rund zehn Volumenprozent genannt. An der Mosel liegt der Alkoholgehalt teils noch darunter.
Auch aus den Anbaugebieten kommt diese Einschätzung. Rheinhessenwein spricht von einem klaren Boom bei Kabinett-Weinen. Gefragt seien sie vor allem bei jüngeren, qualitätsorientierten Weintrinkern, in der Gastronomie und im internationalen Geschäft.
Was einen Kabinett ausmacht
Kabinett ist ein gesetzlich geschützter Prädikatswein. Er unterliegt festen Vorgaben etwa beim Mindestmostgewicht. Eine Zuckerung vor der Gärung ist nicht erlaubt. Innerhalb der sechs deutschen Prädikatsweinstufen ist Kabinett die niedrigste Stufe.
Typisch für den Stil sind nach Einschätzung von Fachleuten eine animierende Frische und eine feinherbe bis fruchtsüße Note. Ein Kabinett soll leicht wirken, aber nicht dünn oder wässrig schmecken.
- Weniger Alkohol als viele andere Weinstile
- Frische und Finesse statt Schwere
- Vielseitig zum Essen und oft als Speisebegleiter geschätzt
Mosel meldet steigenden Anteil
An der Mosel ist der Anteil von Kabinett überdurchschnittlich hoch. Nach Zahlen der amtlichen Qualitätsweinprüfung in Rheinland-Pfalz ist der Produktionsanteil in den vergangenen Jahren gestiegen. Für 2025 lag er bezogen auf die Erntemenge 2024 bei 9,2 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es 5,3 Prozent.
Das Deutsche Weininstitut verweist zudem auf ein besonderes Profil deutscher Erzeuger. Die Kabinett-Stilistik gilt dort als Alleinstellungsmerkmal, das sich in der nördlichen Klimazone besonders gut erzeugen lasse.
Verkaufszahlen zeigen den Trend noch nicht klar
Ganz eindeutig lässt sich der Trend bisher noch nicht an den Verkaufszahlen ablesen. Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter spricht von einem „gefühlten Trend“ hin zu Prädikatsweinen und besonders zum Kabinett. Die Produktion im Jahr 2026 entspricht nach Verbandsangaben in etwa der des Vorjahres.
Nach Einschätzung von Fachleuten sind vor allem Rieslinge im Kabinett-Stil gefragt. Geeignet seien aber auch andere fruchtbetonte Sorten wie Scheurebe oder Rosé etwa aus Spätburgunder. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |