Neueröffnung in Ravensburg: Balkan-Bäckerei setzt auf Burek
- In vielen Städten gibt es die Balkan-Bäckereien mittlerweile.
- Foto: Felix Kästle/dpa
- hochgeladen von dpa content
Ravensburg. Gäste finden in Ravensburg mehr Auswahl bei herzhaften Snacks und süßem Gebäck: Mit der „Balkan Bakery“ ist Ende Juli ein Geschäft eröffnet worden, das Spezialitäten aus verschiedenen Balkan-Ländern anbietet. Im Sortiment stehen unter anderem mit Käse und Spinat gefüllter Burek, Cevapcici und Krempita, eine Vanillecremeschnitte.
Inhaberin Imrane Baftiu, deren Eltern als Gastarbeiter aus dem Kosovo nach Deutschland kamen, will nach eigenen Angaben einen Ort der Gastfreundschaft schaffen. Neben Speisen aus ihrer Familiengeschichte verkauft sie auch deutsche Klassiker wie Vollkornprodukte und Laugengebäck. Damit solle ein breites Publikum angesprochen werden.
Balkan-Bäckereien werden häufiger
Das Konzept ist kein Einzelfall. In immer mehr Städten sind Balkan-Bäckereien zu sehen, wie der Geschäftsführer des Bäckerinnungsverbands Baden-Württemberg, Frank Sautter, berichtet. Eine eigene Statistik für diese Betriebe gibt es nicht. Wie viele es bundesweit sind, lässt sich deshalb nicht beziffern. Klar sei jedoch, dass das Angebot wachse und neue Geschäfte auch außerhalb großer Städte entstehen.
Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg sieht dafür mehrere Gründe. Klassische Bäckereien geben Standorte auf, während sich die Essgewohnheiten verändern. Kleinere Gerichte für unterwegs würden wichtiger. Balkan-Bäckereien besetzten die Schnittstelle von Bäckerei und Imbiss, sagt Hirschfelder.
Urlaubserinnerungen und Esskultur
Auch der Blick auf die Region habe sich verändert. Länder wie Kroatien, Albanien sowie Städte wie Sarajevo und Belgrad seien für viele Menschen als Reiseziele präsenter. Zugleich gründeten Menschen mit familiären Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien, in Rumänien oder Bulgarien in Deutschland eigene Unternehmen und brächten ihre Esskultur in die Innenstädte.
Dadurch seien Burek, Krempita und andere Spezialitäten für viele Kunden weniger fremd. Sie seien aus Urlauben, Familien oder dem Freundeskreis bekannt, so Hirschfelder.
Konkurrenz für klassische Bäcker
Für traditionelle Bäckereien bedeutet der Trend zusätzliche Konkurrenz. Sautter erwartet aber kein Verdrängen. Balkan-Bäckereien sprächen teilweise andere Kundengruppen an, stünden jedoch wie alle Betriebe unter steigenden Kosten und Personalmangel. Klassische Bäckereien böten meist weiterhin eine größere Auswahl an Brot und traditionellem Süßgebäck.
Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks geht davon aus, dass beide Geschäftsformen nebeneinander bestehen können. Das vielfältigere Angebot spiegele die internationale Esskultur in Deutschland wider. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |