Neueröffnung in Mainz und Frankfurt: Vegane Metzgerei startet
- Die Ladentheke sieht aus wie beim herkömmlichen Metzger.
- Foto: Andreas Arnold/dpa
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Mainz. Wurst, Schnitzel oder Gulasch ohne Fleisch. In Mainz und Frankfurt eröffnen neue Filialen der Kette „Vegane Fleischerei“. Das Konzept richtet sich an Menschen, die den Geschmack klassischer Metzgerei-Produkte mögen, aber auf tierische Zutaten verzichten wollen.
Die erste Filiale im Rhein Main Gebiet eröffnete Ende April am Gutenbergplatz in Mainz. Eine weitere Niederlassung folgt am Freitag, 9. Mai, in Frankfurt Bockenheim. Betreiberin Julia Rubin beschreibt die Idee so. Der vertraute Geschmack aus der Kindheit soll erhalten bleiben. Nur ohne Fleisch.
Einkaufen wie in einer Metzgerei
Der Laden erinnert bewusst an eine klassische Fleischerei. Hinter einer Theke liegen Aufschnitt, Würste oder Schnitzel, die optisch stark an die bekannten Originale erinnern. Auch Probierstücke gehören zum Konzept. Kinder bekommen auf Wunsch eine Scheibe Aufschnitt.
Neben kalten Produkten gibt es in Mainz auch eine heiße Theke. Dort werden unter anderem „Schnitzel Brötchen“ und „Fleischkäs Brötchen“ angeboten.
Die Kette hat ihren Sitz in Dresden. Filialen existieren bereits in mehreren Städten wie Hamburg, Köln, München und Berlin.
Warum Ersatzprodukte gefragt sind
Nach Einschätzung von Antje Risius, Professorin für nachhaltige Ernährung und Versorgung an der Hochschule Fulda, verbinden viele Verbraucher Ernährung mit Gewohnheit und Kultur. Ersatzprodukte ermöglichen es, bekannte Essgewohnheiten beizubehalten und gleichzeitig Themen wie Tierwohl oder Nachhaltigkeit stärker zu berücksichtigen.
Ein Wurstbrötchen beim Bäcker oder Grillen im Sommer. Solche Gewohnheiten lassen sich mit pflanzlichen Alternativen weiterführen. Essen habe auch eine soziale Funktion und stärke das Zugehörigkeitsgefühl.
Produktion hat stark zugenommen
Die Produktion pflanzlicher Fleischersatzprodukte in Deutschland hat sich laut Statistischem Bundesamt zwischen 2019 und 2024 mehr als verdoppelt. Zuletzt verlangsamte sich das Wachstum.
Im Jahr 2024 wurden rund 1,5 Kilogramm Fleischersatzprodukte pro Kopf produziert. Die klassische Fleischproduktion bleibt jedoch deutlich größer. Ihr Wert liegt laut Statistik etwa 70 Mal höher.
Woraus vegane Wurst besteht
Viele Ersatzprodukte basieren auf pflanzlichen Eiweißen. Häufig verwendete Zutaten sind
- Erbsen
- Soja
- Weizen
Damit Konsistenz und Geschmack an Fleisch erinnern, kommen zusätzlich Gewürze, Öle, Fette oder Bindemittel zum Einsatz. Auch Aromen oder Farbstoffe können enthalten sein. Teilweise werden Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt.
Wie gesund sind die Alternativen
Eine pauschale Bewertung ist laut Expertin Risius schwierig. Die Produkte unterscheiden sich stark in Zusammensetzung und Verarbeitung. Diskussionen drehen sich häufig um Zusatzstoffe. Allerdings würden solche Zusätze auch bei vielen klassischen Wurstwaren eingesetzt.
Sowohl tierische als auch pflanzliche Wurst sollte vor allem als Genussprodukt betrachtet werden. Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt die Expertin vor allem eine größere Vielfalt an Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten.
Debatte um Produktnamen
Auf EU Ebene wurde zuletzt darüber diskutiert, ob Begriffe wie „Veggie Burger“ oder „Tofu Wurst“ erlaubt bleiben sollen. Ein Verbot dieser Bezeichnungen scheiterte im März.
Künftig könnten jedoch Bezeichnungen eingeschränkt werden, die sich direkt auf Tierarten oder bestimmte Fleischstücke beziehen. Der entsprechende Kompromiss muss noch formell von Europaparlament und Mitgliedstaaten bestätigt werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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