Filmtipps: Diese Mario-Adorf-Rollen sind legendär

Adorf spielte u.a. mit Veronica Ferres (l) und Gudrun Landgrebe in «Rossini». (Archivbild) | Foto: Ursula Düren/dpa
  • Adorf spielte u.a. mit Veronica Ferres (l) und Gudrun Landgrebe in «Rossini». (Archivbild)
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Viele Filmfans kennen Mario Adorf aus großen Klassikern des deutschen und internationalen Kinos. Der Schauspieler prägte über Jahrzehnte Rollen als Gangster, Patriarch, Kommissar oder skrupelloser Bösewicht. Einige seiner Auftritte gelten bis heute als besonders prägend für die Filmgeschichte.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählen etwa „Der Tod trägt schwarzes Leder“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Die Blechtrommel“ oder „Lola“. Doch auch andere Produktionen zeigen, wie vielseitig Adorf als Schauspieler war.

„Nachts, wenn der Teufel kam“ (1957)

Mit diesem Drama von Regisseur Robert Siodmak gelang dem damals 26 Jahre alten Mario Adorf der Durchbruch. Der Film erzählt von einer Mordserie an Frauen während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ermittler präsentieren Bruno Lüdke als Täter. Adorf spielt den Mann mit geistiger Behinderung, den die Nazis für einen Schauprozess instrumentalisieren wollen.

Später wurde bekannt, dass Lüdke vermutlich unschuldig war. Adorf äußerte Jahre später Bedauern über die Rolle. In einem Interview sagte er, man habe einem realen Menschen eine Geschichte zugeschrieben, die so nicht gestimmt habe. Für ihn sei klar gewesen. „Die SS war der Teufel, nicht Bruno.“

„Winnetou 1. Teil“ (1963)

In der erfolgreichen Karl May Verfilmung übernahm Adorf die Rolle des Schurken Santer. Er erschießt im Film Winnetous Schwester Nscho tschi. Viele Zuschauer nahmen ihm diese Szene lange übel. Adorf berichtete später, dass ihn Menschen noch Jahre danach darauf ansprachen.

Kurioses Detail der Dreharbeiten. Die Szene entstand ohne direkte Begegnung der beiden Schauspieler. Adorf zielte beim Dreh in die Luft. Die Einstellung mit der tödlich getroffenen Figur wurde an einem anderen Drehtag aufgenommen.

„Deadlock“ (1970)

Der düstere Neo Western von Roland Klick gilt heute als Geheimtipp. Die Handlung spielt in einer verlassenen Minenkolonie in der Wüste. Ein Koffer voller Geld sorgt für ein tödliches Katz und Maus Spiel.

Adorf verkörpert den Minenaufseher Charles Dump. Er sieht im Geld die Chance auf ein neues Leben. Doch Gier und Misstrauen treiben die Figuren in eine Spirale der Gewalt. Besonders eindrucksvoll ist eine Szene, in der Adorf panisch durch die Wüste flieht und von einem Truck verfolgt wird.

„Der Mafia Boss – Sie töten wie Schakale“ (1972)

In italienischen Krimis zeigte Adorf seine Vorliebe für actionreiche Rollen. Legendär ist eine Szene aus diesem Gangsterfilm. Nachdem Verbrecher seine Familie getötet haben, klammert sich seine Figur während einer wilden Verfolgungsfahrt an die Front eines Lieferwagens.

Adorf schlägt dabei immer wieder mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe, bis sie bricht. Die Szene wurde ohne Stunt Doppel gedreht. Der Schauspieler profitierte bei internationalen Produktionen auch von seinen Sprachkenntnissen in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.

„Fedora“ (1978)

Hollywood Regisseur Billy Wilder besetzte Adorf in diesem Melodram in einer Nebenrolle. Der Film blickt kritisch auf die Traumfabrik Hollywood. Adorf spielt den Manager eines Hotels auf einer griechischen Insel, in dem eine berühmte Filmdiva lebt.

Später erzählte der Schauspieler, dass er früher einmal eine Rolle bei Wilder abgelehnt habe. Rückblickend bezeichnete er diese Entscheidung selbst als Fehler.

„Kir Royal“ – Episode „Wer reinkommt, ist drin“ (1986)

In der Kultserie von Helmut Dietl spielte Adorf den reichen Kleberfabrikanten Heinrich Haffenloher. Die Figur will unbedingt in der Klatschkolumne des Reporters Baby Schimmerlos auftauchen.

Der Satz „Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast“ wurde zu einem der bekanntesten Zitate der Serie. Obwohl Adorf nur in einer Folge auftritt, gilt seine Darstellung als Höhepunkt der Produktion.

„Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997)

Mit dieser Gesellschaftssatire kehrte Adorf erneut in die Welt der Münchner Schickeria zurück. Er spielt den Wirt eines Edelitalieners, der Treffpunkt der Film und Medienbranche ist.

Regisseur Helmut Dietl versammelte ein prominentes Ensemble mit Hannelore Hoger, Götz George, Joachim Król, Jan Josef Liefers und Veronica Ferres. Adorf sorgt als flamboyanter Restaurantbesitzer für einige der markantesten Momente des Films. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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