Bloom up! lässt Blumen sprechen: Kunst und Kulturgeschichte im Dialog zweier Museen

Sir Edward Burne-Jones und William Morris, Wirkteppich Der Pilger im Garten, 1901 | Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
3Bilder
  • Sir Edward Burne-Jones und William Morris, Wirkteppich Der Pilger im Garten, 1901
  • Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

Baden-Baden. Blumen als Symbol, als Erinnerung und als sinnliches Erlebnis stehen im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Bloom up! ist eine große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg und die erste gemeinsame Schau der Kunsthalle und des Badischen Landesmuseums Karlsruhe.
Die unterschiedlichen Ausrichtungen beider Häuser eröffnen anhand des Motivs der Blume einen außergewöhnlichen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Kulturgeschichte. Statt einer chronologischen Erzählweise setzt die Ausstellung auf spannende Gegenüberstellungen aktueller künstlerischer Positionen mit Kulturgütern aus verschiedenen Epochen. So entstanden neue Perspektiven und kritische Neuinterpretationen – mal fotografisch, mal über den Geruchssinn erfahrbar.

Kunst und Kulturgeschichte - vom Mittelalter in die Zukunft

Der lebendige und überraschende Austausch zwischen kulturhistorischen Sammlungen und zeitgenössischer Kunst überwindet dabei die Grenzen von Raum und Zeit. Die Ausstellung setzt auf ungewöhnliche Gegenüberstellungen. Zeitgenössische künstlerische Positionen treffen auf Kulturgeschichte aus unterschiedlichen Epochen. Für diese Ausstellung arbeiten beide Häuser erstmals in dieser Form zusammen. 

Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, 16th of March 2019 (Poppy), 2020 | Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
  • Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, 16th of March 2019 (Poppy), 2020
  • Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

Kaum ein Motiv ist so allgegenwärtig, facettenreich und bedeutungsvoll wie die Blume. Seit Jahrtausenden prägt sie als Ornament, Symbol und kulturelles Sinnbild die menschliche Geschichte. Mit ihr verbinden sich Liebe und Vergänglichkeit, Freude und Erinnerung, Hoffnung und Sehnsucht. Kaum ein anderes Motiv vermag es, so viele Emotionen und Geschichten in sich zu vereinen und dabei über Zeiten und Kulturen hinweg eine so starke Bildsprache zu entfalten.

Was Besucherinnen und Besucher bei "Bloom up!" erwartet

Bloom up! startet mit der Blume als Symbol in Liebes- und Paarbeziehungen und spannt dabei den Bogen vom regionalen, traditionellen Kontext bis in einen aktuellen globalen Rahmen. In der Ausstellung stehen etwa reich verzierte Bauernschränke aus dem 18. und 19. Jahrhundert Blütenskulpturen des Künstlerduos Petrit Halilaj und Álvaro Urbano gegenüber.
Auch Gerüche gehören zum Konzept. Die norwegische Künstlerin und Forscherin Sissel Tolaas bezieht sich auf spätmittelalterliche Glasfenster aus Freiburg und Konstanz und schuf für die Ausstellung eine Arbeit aus verschiedenen Gerüchen, die Material, Alterung und Zeitspuren aufgreift.

Weitere Themen sind Machtverhältnisse in Beziehungen, die Belia Zanna Geetha Brückner mit ihrer Serie Hard to Say I’m Sorry aufgreift, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Whiteness bei Willem de Rooij. Dafür zeigt die Ausstellung unter anderem einen ausschließlich aus weißen Blumen bestehenden Strauß und Arbeiten aus seiner Serie Weavings, Whites.
Ein Höhepunkt ist eine großformatige, mit unterschiedlichen Blumenarten und Kronen bestickte Seidendecke. Das seltene Stück stammt, wie man vermutet, aus dem Kloster Lichtental und ist erstmals öffentlich zu sehen.

Im Bereich Studio vertieft die Schau weitere Aspekte aus der Kulturgeschichte der Blume. Zu sehen sind dort unter anderem antike Weihgeschenke mit Lotusblüten aus Zypern oder ein Diadem mit Myrten aus dem Besitz der Großherzogin Luise von Baden.

Willem de Rooij, Bouquet IX, 2012 | Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
  • Willem de Rooij, Bouquet IX, 2012
  • Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

App, reizarme Zeiten und Angebote für Familien

Eine App erweitert die Ausstellung digital. Sie bietet Audioguides und zusätzliche Einblicke, etwa über Studio Visits aus Kunst-Ateliers. Im Gruppenmodus sollen Spiele oder Abstimmungen den Austausch in der Gruppe unterstützen. Im Dating-Modus kann man die Ausstellung gemeinsam erkunden und sich dabei kennenlernen.
Zum Begleitprogramm gehören Führungen, Diskussionsformate und kreative Werkstattangebote. Dazu kommt das Format Stille Stunde für ein bewusst reizarmeres Ausstellungserlebnis. Für junge Familien nennt die Ankündigung außerdem eine Family-Tour und eine Bring your Baby-Tour.

Info - was man für einen Besuch wissen muss

Die Ausstellung ist bis 10. Januar 2027 in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zu sehen. Weitere Termine, Rahmenprogramm, Führungen und Infos gibt es online unter www.bloomup-ausstellung.de.

Sir Edward Burne-Jones und William Morris, Wirkteppich Der Pilger im Garten, 1901 | Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, 16th of March 2019 (Poppy), 2020 | Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
Willem de Rooij, Bouquet IX, 2012 | Foto: © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

Heike Schwitalla auf Facebook

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

87 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.