„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“
Erste Stolpersteinverlegung in Speyer

Künstler Gunter Demnig beim Verlegen der ersten Stolpersteine in Speyer.
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  • Künstler Gunter Demnig beim Verlegen der ersten Stolpersteine in Speyer.
  • Foto: Markus Hild
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Speyer. Nach jahrelangen Diskussionen und monatelanger Recherche wurden am Freitag, 11. Mai 2018, in Anwesenheit von Enkeln und Urenkeln aus Jerusalem und Speyer in Erinnerung an die Familien Mühlhauser, Grünberg und Schultheis insgesamt 16 Stolpersteine verlegt.Die handgefertigten Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, der diese am Freitag in Speyer auch selbst verlegt hat. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert Gunter Demnig den Talmud. Die Stolpersteine sollen an Menschen erinnern, die während der NS-Zeit verfolgt, inhaftiert, deportiert, vertrieben, zum Selbstmord gezwungen oder ermordet wurden. Jeder Stein steht für einen Namen. Für einen Menschen. Jedes Opfer erhält seinen eigenen Stein. Gedacht wird mit diesem Projekt aller verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus: Jude, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, religiös Verfolgten, Zeugen Jehovas, Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung, Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautfarbe verfolgt wurden, als „asozial“ verfolgte Menschen, wie Obdachlose oder Prostituierte, Zwangsarbeiter und Deserteure ‒ letztlich aller Menschen, die unter diesem Regime leiden mussten. Sie werden vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der Verfolgten in den Bürgersteig eingelassen. Die Initiative „Stolpersteine für Speyer“, die aus Sabrina Albers, Cornelia Benz, Katrin Hopstock, Jutta Hornung, Ingrid Kolbinger und Kerstin Scholl besteht, möchte die Erinnerung an die vom NS-Regime verfolgten Speyrer Bürger aufrechterhalten. Ihre Namen und Schicksale sollen wieder sichtbar zurück in das Gedächtnis der Stadt gebracht werden. Um Stolpersteine in Speyer realisieren zu können, benötigen die Initiatoren Hilfe, denn die Steine werden allein durch Spenden und Patenschaften finanziert. Die Realisierung eines Stolpersteins kostet 120 Euro, jede noch so kleine Unterstützung hilft, das Projekt weiterzubringen. Patenschaften können von Privatpersonen, Institutionen, Ausbildungsstätten, Firmen und Vereinen oder Parteien übernommen werden. Mit mittlerweile rund 60.000 verlegten Steinen in über 20 europäischen Ländern, bilden die Stolpersteine das größte dezentrale Mahnmal der Welt. 

Spendenkonto:
Konto: Stadt Speyer
IBAN: DE20 5455 0010 0000 0015 86
BIC: LUHSDE6AXXX
Kennwort: Stolpersteine

Künstler Gunter Demnig beim Verlegen der ersten Stolpersteine in Speyer.
Jedes Opfer erhält seinen eigenen Stein.
Autor:

Wochenblatt Speyer aus Speyer

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