Historisches Museum in Speyer öffnet nach sechs Monaten Corona-Pause
Neu konzipierte Medicus-Ausstellung befasst sich auch mit der Pandemie

Wolfgang Leitmeyer, Historisches Museum der Pfalz Speyer - Stellvertretender Direktor und Kurator der Medicus-Ausstellung
4Bilder
  • Wolfgang Leitmeyer, Historisches Museum der Pfalz Speyer - Stellvertretender Direktor und Kurator der Medicus-Ausstellung
  • Foto: Heike Schwitalla
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

Speyer. Während andere Museen schon lange wieder geöffnet sind - und bereits gut eingespielt im "Corona-Betrieb" funktionieren, war das Historische Museum der Pfalz in Speyer bislang noch komplett geschlossen. Erst ab 5. September werden die Sonderausstellungen nach und nach - Corona-konform - wieder zugänglich gemacht.
Aber man war in hinter den dicken Museumsmauern keineswegs untätig, wie Direktor Alexander Schubert berichtet. Mit 225.000 Euro an Fördermitteln des Landes Rheinland-Pfalz hat man nicht nur ein Sicherheits- und Hygienekonzept umgesetzt, auch ein museumseigenes WLAN wurde eingerichtet, so dass unter anderem Audio Guides auf dem eigenen Smartphone abgespielt oder Touchpads in der Ausstellung direkt vom Handy aus gesteuert werden können - das ist hygienisch und bringt das Museum auch in Sachen Digitalisierung und Nutzerfreundlichkeit einen großen Schritt voran.
Ansonsten setzt das Speyerer Museum auf bekannte Hilfsmittel: Besucherzähler überwachen die jeweils zugelassene Gästezahl, Einbahnstraßenführung durch die Ausstellung sichert Mindestabstände, Möglichkeiten zur Desinfektion der Hände, ein Umzug des Museumsshops in größere Räumlichkeiten.
Dass die Medicus-Ausstellung überhaupt noch gezeigt werden kann - und bis zum 13. Juni 2021 verlängert wurde, ist den guten Kontakten zu anderen Museen zu verdanken. "Es war überhaupt kein Problem, die Leihgaben zu verlängern. Wir sitzen ja alle im selben Boot, da hilft man sich - egal ob es der Louvre ist, die Uffizien oder das Historische Museum der Pfalz", sagt der Museumsdirektor. Nicht ohne stolz nennt er die Speyerer Medicus-Ausstellung die "Ausstellung der Stunde - die wohl einzige europaweit mit solch aktuellem Bezug".

Medicus goes Corona - Ausstellungskonzept angepasst

Denn, was bisher nur wenige Museen geschafft haben, ist in Speyer gelungen: Man hat die medizingeschichtliche Ausstellung "Medicus - die Macht des Wissen" quasi tagesaktuell um das Thema "Corona - Epidemie - Pandemie" erweitert. "An elf grün gekennzeichneten Stationen `stört` das Virus nun die Ausstellung  - wie es auch unseren im Alltag durcheinander bringt", erklärt Wolfgang Leitmeyer, stellvertretender Museumsdirektor und Kurator der Medicus-Ausstellung, die Idee. Da gibt es Kunstobjekte, die sich mit Corona auseinandersetzen, Erklärungen und historische Bezüge zu mittlerweile alltäglichen Worten wie "Lockdown", "Quarantäne" oder "Epidemie" aber auch Exponate, die den neuen Alltag mit dem Virus aufarbeiten - etwa die blau-weiße "Bayern-Maske" von Markus Söder.

an elf neuen Stationen "stört" Corona die Medicus-Ausstellung ab 5. September
  • an elf neuen Stationen "stört" Corona die Medicus-Ausstellung ab 5. September
  • Foto: Heike Schwitalla
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

"Wir wollen einfach die aktuellen Vorgänge, die auch unsere Arbeit so massiv eingeschränkt haben, aufgreifen", erklärt Leitmeyer. "Aber auch historische Bezüge schaffen. Denn Epidemien sind schon aus Mesopotamien bekannt und sind ein Problem, dass es gibt, seit es Städte und Menschenansammlungen gibt", sagt er und ergänzt: "Es ist auch wichtig zu sehen, dass die Menschheit es bisher immer geschafft hat, mit solchen Krankheiten fertig zu werden, auch wenn es mitunter viele Opfer gekostet hat".
Und so wird das Coronavirus und seine Auswirkungen in logischen und historischen Kontext gestellt mit Pest, Pocken, Seuchen und die historischen Reaktionen auf solche Schicksalsschläge. 

Info: Wer die Medicus-Ausstellung besuchen möchte, sollte sich vorab ein Online-Ticket sichern, denn das verhindert Warteschlangen.

Mehr zum Thema:

Geheimnisse um Leben und Tod - vom antiken Liebeszauber auf den Seziertisch
Ausstellung "Medicus - die Macht des Wissens"
Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

Heike Schwitalla auf Facebook
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

69 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft & HandelAnzeige
Auch Quereinsteiger können sich um einen Zahntechniker-Job in dem Dentallabor bewerben, zum Beispiel Goldschmiede, Werkzeugmacher, Zahnarzthelferinnen oder zahnmedizinische Fachangestellte. Während Goldschmiede oder Werkzeugmacher schon über das nötige technische Know-how verfügen, bringen zahnmedizinische Fachangestellte und Zahnarzthelferinnen das zahnmedizinische Fachwissen mit. Das sind jeweils gute Voraussetzungen, um mit der Erfahrung in der Werkstatt oder der Zahnarztpraxis im dentalen Bereich bei "Claisse Dental-Technik" zu arbeiten.
3 Bilder

Zahntechniker-Job: Stellenangebote für Meister, Ausgebildete und Quereinsteiger

Zahntechniker-Job. Stellenangebot: Wer im Raum Speyer, Ludwigshafen, Böhl-Iggelheim, Neustadt auf der Suche nach einem Job als Zahntechniker und einer neuen Herausforderung ist, könnte in Schifferstadt fündig werden. Das Dentallabor "Claisse Dental-Technik" ist auf der Suche nach Zahntechnikern (m/w/d). Gesucht werden fertig ausgebildete Zahntechniker und Zahntechniker-Meister, aber auch Bewerbungen von Berufs-Quereinsteigern sind im Team des Dentallabors willkommen. Vier angehende...

RatgeberAnzeige
Matjes genießt man grundsätzlich kalt
3 Bilder

Die zarte Heringsspezialität hat Saison
Matjes - das Silber der Meere

Speyer. Matjes ist nicht nur im Norden beliebt - auch in Speyer genießt man die zarte Heringsspezialität gerne. Doch die Matjes-Saison ist kurz: Nur im Juni und Juli wird der Matjes gefangen - jetzt schmeckt er am besten. Das Wort Matjes leitet sich vom niederländischen Meisje für Mädchen ab und bezeichnet den Jungfernhering. Denn Matjes entsteht aus jungen, nicht geschlechtsreifen Heringen in einem speziellen Herstellungsverfahren: Nach dem Fang werden Kiemen und Innereien mit Ausnahme der...

SportAnzeige
Individuelles Personal and Professional Coaching entlang des Rheins zwischen Mannheim / Ludwigshafen und Karlsruhe: Coach Frank-Ringo Schrader begleitet seine Kunden auf dem Weg zu ihrem sportlichen Ziel.
4 Bilder

Personal Trainer Mannheim: Coach für persönliche Fitness und Physiotherapeut

Mannheim / Karlsruhe. Frank-Ringo Schrader bringt als Physiotherapeut & Personal Trainer Bewegung in das Leben seiner Kunden. "Ich mache Sie wieder fit - mental und körperlich." So beschreibt der Physiotherapeut und Personal Trainer sein Coaching, das er in der Region rechts und links des Rheins zwischen Ludwigshafen / Mannheim und Karlsruhe anbietet. Das pfälzische Harthausen / Dudenhofen / Speyer - nahe Ludwigshafen und Mannheim - ist die Basis des Physio-Sergeants. Von dort startet er zu...

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.