Geheimnisvolle Heimat
Geister, Kaiser und der Rhein - wie Speyer "Weltgeschichte" schrieb

Der Fährmann hört den Ruf der Kaiser
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  • Der Fährmann hört den Ruf der Kaiser
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Speyer. Sagen, Legenden und Mythen sind für unsere Kultur mindestens genauso definierend und prägend, wie die Geschichtsbücher. Vor allem, immer dann, wenn sich Legende und wahre Begebenheiten vermischen, wie anno 1813 rund um die große Völkerschlacht bei Leipzig. Wer hätte gedacht, dass dabei auch Speyer eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat.
Zumindest will es die Legende so: Auch heute noch erzählt man sich von jener Nacht im Oktober 1813, in der die alten Kaiser aus ihren Gräbern im Speyerer Dom aufgestanden sind, um „ihr“ Reich vor dem Franzosen zu retten. Stockdunkel sei es gewesen, regnerisch und kalt – und doch hatte es ein Fährmann irgendwie geschafft, im Schutze seines Bootes am Rheinufer Schlaf zu finden. Nicht lange schlief der Mann, als er von einer großen dunklen Schattengestalt geweckt wurde – genau als die Domuhr genau zur Mitternachtsstunde schlug, wie man sich erzählt. Die Schattengestalt wollte, wie könnte es anders sein, auf die andere Seite des Rheins gebracht werden und als der Fährmann seinen Kahn für die Überfahrt bereit machte, tauchten noch weitere dunkle Gestalten auf, die ebenfalls ans andere Rheinufer gebracht werden wollten. Der Auftrag wurde ausgeführt - leicht wie von Geisterhand, sagt man, glitt der Kahn in dieser Nacht über das Wasser.

Fährmann hol' über

Ein paar Tage später – wieder um Mitternacht – würde der Fährmann erneut geweckt. „Fährmann, hol über“ schallte es geisterhaft von der anderen Seite des Rheines. So tat der Fährmann, wie ihm geheißen, setzte über und brachte die dunklen, mächtigen Gestalten zurück nach Speyer. Als er erwacht, hielt er das Ganze für einen – zweifelsohne recht gruseligen – Traum: Bis er seine zur Faust geballte Hand öffnete und darin einige Goldmünzen fand, mit den Abbildern, der Männer, die er über den Rhein gebracht hatte. Da wusste er es war kein Traum: Die stolzen, alten Kaiser waren aus ihren Gräbern im Dom aufgestanden, um den „deutschen“ Truppen beim Kampf gegen die Franzosen zur Seite zu stehen. Erfolgreich, wie wir heute wissen, denn Napoleon unterlag und musste sich endgültig aus Deutschland zurückziehen.

Legende im Alltag präsent

„Der Rest ist Geschichte“ – wie man so schön sagt und an diese erinnert in Speyer noch heute eine Skulpturengruppe, die im Domgarten zu finden ist. Erstellt von dem Bildhauer Georg Günther Zeuner, gestiftet vom Verkehrsverein Speyer erzählt die zweigeteilte Installation die Speyerer Kaiserlegende: Auf der einen Seite (Richtung Rhein) steht der Fährmann, der den Ruf der Kaiser hört, auf der anderen Seite (Richtung Dom) sind die rufenden, eilenden Geister der Kaiser zu sehen, die sich damals aufmachten, um das deutsche Volk zu retten.

Hier gibt es weitere Geschichten aus der geheimnisvollen Heimat

Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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