Gedenkfeier zur Beendigung des Ersten Weltkriegs mit "War Requiem" von Benjamin Britten
Liedertafel Neustadt beim Gedenk-Konzert zum 1. Weltkrieg in Lincoln

Konzert der beiden Partnerchöre Lincoln Choral Society und Liedertafel Neustadt in der Kathedrale von Lincoln (England)
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  • Konzert der beiden Partnerchöre Lincoln Choral Society und Liedertafel Neustadt in der Kathedrale von Lincoln (England)
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Die Liedertafel Neustadt wird auf Einladung der Lincoln Choral Society, ihres Partnerchors aus Neustadts englischer Partnerstadt, am 3. November in der Lincoln Cathedral bei einem großen Konzert mit der Aufführung des "War Requiem" von Benjamin Britten teilnehmen. Dieses Konzert ist Teil der „First World War Centenary commemoration“, der Gedenkfeiern zur Beendigung des Ersten Weltkriegs, der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" vor 100 Jahren.

Mit dem "War Requiem" schuf Benjamin Britten eine Totenmesse der besonderen Art, mit einer aufwendigen Besetzung, bestehend aus großem gemischtem Chor, Kammerchor und drei Vokalsolisten, sowie großem Sinfonieorchester, Kammerorchester und Orgel für die instrumentale Begleitung. In Lincoln werden mehr als 300 Sänger der Lincoln Choral Society und weiterer Chöre der Region zu einem großen Chor zusammengeführt. Die circa 90-minütige oratoriumsartig angelegte Komposition verbindet den lateinischen Text der Missa pro defunctis – der „Messe für die Verstorbenen“ – mit den in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs als eine Art Augenzeugenbericht geschriebenen englischsprachigen Gedichten des Dichters und Pazifisten Wilfried Owen, der 1918 in Frankreich fiel – eine Woche, bevor die Waffen schwiegen. Britten hat das Requiem vier seiner Freunde gewidmet, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Vor die Partitur hat er Worte von Wilfred Owen gesetzt: „Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges. Die Poesie liegt im Leid … Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.“ Trotz der groß angelegten Besetzung und deren Zusammenführung zu einem fulminanten Höhepunkt am Schluss ist das „War Requiem“ kein bombastisches Stück, sondern in weiten Teilen ein Werk der stillen Trauer und des Gedenkens der Kriegstoten.
Die Entstehung des Werkes ist eng mit einem Ereignis des Zweiten Weltkriegs verbunden: in der Nacht vom 14. November 1940 wurde die Stadt Coventry samt ihres Doms aus dem 14. Jahrhundert im Bombenhagel des deutschen Luftangriffs nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Bei der Auswahl der Musik zur feierlichen Einweihung des Neubaus der Kathedrale 1962 fiel die Wahl auf Benjamin Britten.

Für die Liedertafel schließt sich nach vier Jahren mit der Konzertreise nach Lincoln und der Mitwirkung bei diesem Gedenk-Konzert ein Kreis: im November 2014 hatte die Liedertafel bei der Gedenk- und Versöhnungsfeier am Volkstrauertag im Saalbau Neustadt mit der Aufführung der Friedensmesse „The Armed Man - A Mass for Peace“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert und dabei zusammen mit der Lincoln Choral Society und dem Chor der Cantoria Mâcon Chöre aus den drei Nationen zusammengeführt, die hauptsächlich an den Kriegsereignissen des Ersten Weltkriegs beteiligt waren und an deren Folgen zu leiden hatten. Mit ihren Chorpartnerschaften zu diesen Chören leistet die Liedertafel schon seit Jahrzehnten ihren Beitrag zur Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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