Waldhof-West bekommt neue Anlaufstelle für Fragen und Ideen
- Im Stadtteil Waldhof-West startet eine neue Anlaufstelle für Anliegen, Unterstützung und Begegnung.
- Foto: Stadt Mannheim
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Mannheim. Seit Mitte Juli sind in Waldhof-West zwei Quartiersarbeiterinnen unterwegs. Für die Menschen im Stadtteil bedeutet das eine neue Anlaufstelle für Anliegen, Hilfe bei Anträgen und mehr Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Im Auftrag der Stadt Mannheim setzt der AWO Kreisverband Mannheim e. V. die Gemeinwesenarbeit im Stadtteil um. Andreea Botez und Zita Höfer hören den Anliegen der Bevölkerung zu, vermitteln Kontakte zu zuständigen Stellen und schaffen Begegnungsmöglichkeiten.
Rund 3.500 Menschen leben in Waldhof-West. Wie die Stadt Mannheim mitteilt, liegt die Arbeitslosenquote dort bei 11,8 Prozent und damit deutlich über dem Mannheimer Durchschnitt von 6,8 Prozent. Auch Kinderarmut, Lärmbelastung, Müll und Sauberkeit sowie das Zusammenleben im öffentlichen Raum beschäftigen den Stadtteil seit längerem.
Infobüro in der Oppauer Straße
Die AWO bietet neben Gesprächen im Quartier auch ein Infobüro in der Oppauer Straße 37 an. Dort gibt es Unterstützung bei Behördenangelegenheiten, Anträgen sowie bei persönlichen und sozialen Anliegen. Dazu kommen Begegnungs- und Beteiligungsangebote wie ein offenes Sprachcafé.
Oberbürgermeister Christian Specht sagt: „Die Quartiersarbeiterinnen sind erst seit wenigen Monaten dabei und haben bereits viel Energie in den Stadtteil eingebracht.“ Specht betont außerdem: „Man sieht: Waldhof-West hat Herausforderungen, aber ebenso großes Potenzial. Viele Menschen setzen sich bereits für ihren Stadtteil ein. Wir wollen dieses Engagement stärken und die Bewohnerinnen und Bewohner dabei unterstützen, eigene Ideen zu entwickeln und Veränderungen anzustoßen“.
Nach Angaben der Stadt haben in den vergangenen zwei Jahren die Stadt Mannheim, das Mannheimer Quartiermanagement e. V. und weitere Beteiligte die Lage in Waldhof-West analysiert und Akteure aus dem Stadtteil zusammengebracht. Danach schrieb die Stadt die Gemeinwesenarbeit aus.
Christian Hübel, Leiter des Fachbereichs Demokratie und Strategie der Stadt Mannheim und Erster Vorsitzender des Mannheimer Quartiermanagement e. V., sagt: „Ziel der Gemeinwesenarbeit ist es, nicht nur einzelne Probleme zu bearbeiten. Die Arbeit des Mannheimer Quartiermanagement e.V. ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt – insbesondere im sozialen Sinne. Strukturen sollen entstehen, die auch dann tragen, wenn eine direkte Förderung einmal ausläuft.“ Hübel weiter: „Deshalb investiert der Verein nicht nur in Projekte, sondern in die Stärkung von Netzwerken und in die Qualifizierung von Menschen. Ziel ist es, dass aus geförderten Initiativen eigenständige, selbsttragende Strukturen entstehen.“
Im Stadtteil gibt es bereits mehrere Beispiele für lokales Engagement. Die Stadt nennt unter anderem die Kleintierzüchter Die Goggelrobber, Harmonia Waldhof und die Waldhof-Grundschule. Rund um den Seppl-Herberger-Platz habe sich das Wohnumfeld verbessert. Die Nachbarschaft halte sich dort wieder gerne auf.
Alexander Manz, Vorstand des AWO Kreisverbands Mannheim e. V., sagt: „Die ersten Wochen zeigen, wie wichtig persönliche Präsenz, verlässliche Ansprechpartnerinnen und der unmittelbare Austausch sind. Wir wollen vorhandene Kräfte stärken und dazu beitragen, dass Menschen ihren Stadtteil aktiv mitgestalten können.“
Die Gemeinwesenarbeit startet mit Hilfe einer Spende der Dietmar Hopp Stiftung. Die Stiftung gibt der Stadt Mannheim dafür 250.000 Euro. Isabel Hopp erklärt: „Die Arbeit im Quartier fördert das Zusammenleben von Menschen aller Altersgruppen, verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen. Diese Art von Begegnungen, die Teilhabe und Chancengleichheit fördern, liegen der Dietmar Hopp Stiftung besonders am Herzen. Deshalb unterstützen wir diese niedrigschwellige Arbeit vor Ort“.
Specht bedankt sich dafür ausdrücklich und sagt: „Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Mannheim ist diese großzügige Förderung von besonderer Bedeutung. Mein herzlicher Dank gilt Familie Hopp sowie der Dietmar Hopp Stiftung. Als wir über den Bedarf in Waldhof-West gesprochen haben, haben sie sich entschlossen, ganz konkret anzupacken. Mit ihrer Spende setzen sie einen wichtigen Startpunkt für die Menschen im Stadtteil.“
Die Stadt Mannheim und das Mannheimer Quartiermanagement e. V. wollen die Entwicklung in Waldhof-West weiter begleiten. Dabei geht es nicht nur um sichtbare Veränderungen im Wohnumfeld, sondern auch darum, ob sich Menschen im Stadtteil wohler fühlen, mehr Austausch entsteht und neue gemeinsame Aktivitäten wachsen.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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